Womit anfangen
Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis oder eine Suchtberatungsstelle. Solche Stellen gibt es in fast allen Ländern unter verschiedenen Namen; sie sind kostenlos, verlangen keine vorherige Diagnose und empfangen auch Angehörige allein, wenn die betroffene Person nicht kommen will. Dieser Punkt wird oft übersehen: man darf für jemand anderen Rat suchen.
Angebote für junge Konsumierende sind eine eigene Kategorie: einige kostenlose, vertrauliche Termine, ohne Behandlungspflicht, offen für Jugendliche und ihre Eltern. Für Familien ist das die mit Abstand beste Tür.
Geht der Konsum mit sexuellen oder partnerschaftlichen Schwierigkeiten einher — weniger Lust, Erektionsprobleme, Spannungen, Schweigen —, nennt die Seite Wen aufsuchen, und wann Symptom für Symptom die richtige Fachperson; beide Schritte gehen oft Hand in Hand.
Behandlungen, die sich bewährt haben
- Opioide: Substitution mit Methadon und Buprenorphin halbiert die Sterblichkeit. Sie dauert lange, mitunter Jahre. Naloxon als Nasenspray gegen die Überdosis sollte überall dort sein, wo Opioide konsumiert werden.
- Alkohol: ärztlich begleiteter Entzug — abrupter Entzug kann tödlich sein —, danach Medikamente zur Unterstützung von Abstinenz oder Konsumreduktion, Verhaltenstherapie, Selbsthilfegruppen.
- Tabak: richtig dosierter Nikotinersatz, Medikamente zur Rauchentwöhnung, telefonische Begleitung. Die Kombination verdreifacht die Erfolgsaussicht gegenüber dem Aufhören ohne Hilfe.
- Benzodiazepine: schrittweises Ausschleichen über Monate, nie abrupt.
- Stimulanzien, Cannabis: keine belegte Substitution; wirksam sind kognitive Verhaltenstherapie, motivierende Gesprächsführung und die Behandlung des Begleitenden — Depression, Angst, Aufmerksamkeitsstörung, Traumafolgen.
In allen Fällen gehört der Rückfall zum normalen Verlauf und hebt das Erreichte nicht auf. Erfolg sagt nicht der anfangs erklärte Wille voraus, sondern das Bleiben in Kontakt mit einem Team.
Telefonnummern und Anlaufstellen
- Deutschland — Sucht- und Drogen-Hotline: 01806 313031. BZgA-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung: 0800 8313131. Notruf: 112.
- Österreich — Suchthilfe-Einrichtungen der Länder; Rauchfrei-Telefon 0800 810 013. Notruf: 144.
- Schweiz — Sucht Schweiz und die kantonalen Stellen; Rauchstopplinie 0848 000 181. Notruf: 144.
- Luxemburg — nationale Suchthilfe; Notruf 112.
Die Länderseiten nennen für jedes abgedeckte Land die örtlichen Angebote, die tatsächlichen Kosten einer Behandlung, ob es einen vertraulichen Zugang für Minderjährige gibt, und die drohenden Strafen.
Risiken senken, wenn Aufhören nicht sofort geht
Das Gespräch zu verweigern, solange nicht aufgehört wird, schützt niemanden. Einige Grundsätze senken die Sterblichkeit wirklich: nie allein konsumieren; nicht mischen, vor allem keine Dämpfenden untereinander — Alkohol, Benzodiazepine, Opioide; bei neuem Produkt mit einer kleinen Menge beginnen; niemals Spritz- oder Inhalationsbesteck teilen; das Produkt analysieren lassen, wo es ein Angebot gibt; Naloxon griffbereit halten, wenn Opioide im Umlauf sind; und sofort den Notruf wählen und sagen, was genommen wurde.
Melden
- Eine unerwünschte Wirkung oder Vergiftung: Sucht- und Giftüberwachung bestehen in den meisten Ländern, und erst Meldungen machen eine neue Gefahr sichtbar.
- Ein verdächtiges Produkt: analysieren lassen statt wegwerfen, wo es ein Sammelverfahren gibt. So wurden als Liquids verkaufte synthetische Cannabinoide identifiziert.
- Eine Verkaufsstelle oder Website: Die Polizei bietet Online-Meldeformulare, Plattformen haben Löschverfahren.
- Eine Situation in der Schule: Schulgesundheit und Leitung haben ein Vorgehen, und der Zugang ist zuerst gesundheitlich, dann disziplinarisch.
