Konsum erkennen

Kein einzelnes Zeichen beweist etwas. Entscheidend ist die Veränderung: ein rascher Umschwung bei Schlaf, Geld, Umfeld und Stimmung bei jemandem, der vor drei Monaten anders war.

Was aufhorchen lassen sollte, unabhängig von der Substanz

Nichts davon ist spezifisch. Depression, Mobbing, Trennung oder eine beginnende psychische Erkrankung erzeugen genau dieselben Zeichen — ein Grund mehr, zu sprechen statt anzuklagen.

Gegenstände, die etwas verraten

Nachweiszeiten in der Praxis

SubstanzUrinBlutHaar
Cannabis, gelegentlich2 bis 4 TageStunden bis 2 Tagemehrere Monate
Cannabis, täglich2 bis 6 Wochen1 bis 3 Tagemehrere Monate
Kokain2 bis 4 Tage12 bis 24 Stundenmehrere Monate
Amphetamine, MDMA2 bis 4 Tage1 bis 2 Tagemehrere Monate
Opioide (Morphin, Heroin)2 bis 3 Tageunter 12 Stundenmehrere Monate
Benzodiazepine3 Tage bis mehrere Wochen1 bis 3 Tagemehrere Monate
GHBunter 12 Stundenunter 8 Stundenschwer nachweisbar
Synthetische Cannabinoidevon Standardtests nicht erfasst; spezielle Analyse nötig

Größenordnungen. Die tatsächlichen Werte hängen von Dosis, Häufigkeit, Gewicht und der Nachweisgrenze des Tests ab.

Was Tests taugen und was sie kosten

Urintests aus der Apotheke erfassen die klassischen Substanzgruppen und sonst nichts: weder synthetische Cannabinoide noch Fentanyl, GHB oder die meisten neuen Substanzen. Sie liefern falsch positive Ergebnisse — manche Schmerzmittel, Antidepressiva oder abschwellende Mittel genügen — und falsch negative, sobald die Nachweisgrenze unpassend ist. Ein positives Ergebnis sagt weder wann noch wie viel noch ob eine Abhängigkeit besteht.

Vor allem hat ein Test ohne Einverständnis einen Preis, der nicht auf der Packung steht: das Vertrauen. Wird ein heimlicher Test entdeckt, wird das Gespräch viel schwerer, und die Jugendlichen lernen vor allem, sich besser zu verstecken. Die Fachstellen raten fast immer, mit einem gemeinsamen Termin in einer Jugendsuchtberatung zu beginnen statt mit einem Test aus der Apotheke.

Sie sind Elternteil und haben gerade etwas entdeckt

Die Seite „Mein Kind konsumiert Drogen“ erklärt, wie das Gespräch beginnt, was in den ersten Stunden zu vermeiden ist und wo es kostenlose, vertrauliche Hilfe gibt.

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