Eheschließung
Eherecht ist Sache der Bundesstaaten: die Heiratslizenz (marriage license) des County gibt es in Tagen, Mindestalter und Wartefristen unterscheiden sich, ein Wohnsitz ist fast nie nötig, und die Ehe für alle gilt seit 2015 landesweit; eine amerikanische Ehe gilt in Deutschland ohne weiteres Verfahren, kann aber im Eheregister nachbeurkundet werden.
| Alter | 18 Jahre in den meisten Staaten, mit Ausnahmen durch Eltern oder Gericht; mehrere Staaten erlauben keine Ausnahmen mehr |
|---|---|
| Lizenz | Vom County ausgestellt; Wartefristen von null bis einigen Tagen; verfällt meist nach 30 bis 90 Tagen; 30 bis 150 Dollar |
| Wohnsitz | In der Regel nicht erforderlich — Hochzeiten von Auswärtigen sind üblich |
Alle Einzelheiten: Eheschließung
Partnerschaft und Zusammenleben
Es gibt kein Bundesrecht des Zusammenlebens. Nur wenige Staaten erkennen noch die Common-law-Ehe an — Colorado, Iowa, Kansas, Montana, Oklahoma, Rhode Island, Texas, Utah und der District of Columbia — mit strengen Voraussetzungen: Einigung, verheiratet zu sein, Zusammenleben und Auftreten als Ehepaar; wo sie wirksam entstanden ist, ist sie eine volle Ehe, die nur eine Scheidung beendet, und wird in allen Staaten anerkannt. Domestic partnerships bestehen in einigen Staaten und Städten, vor allem für Krankenversicherung und Leistungen; einige wurden nach 2015 automatisch in Ehen umgewandelt. Ansonsten kennen die meisten Staaten für unverheiratete Paare weder Vermögensteilung noch Unterhalt; vertragliche Ansprüche (Palimony nach Marvin v. Marvin) sind in einigen Staaten möglich. Partnerschaftsverträge sind in der Regel als Verträge durchsetzbar; Testamente, Vollmachten und Patientenverfügungen sind unverzichtbar, weil ein unverheirateter Partner keine gesetzliche Vertretungsmacht hat.
Für Deutsche ist der Unterschied zur Heimat groß: die eingetragene Lebenspartnerschaft, seit 2017 nur noch Bestandsschutz, hatte fast alle Wirkungen der Ehe; die amerikanischen domestic partnerships sind örtliche Register mit begrenzten Wirkungen, und das bloße Zusammenleben begründet — wie in Deutschland — keine Rechte, nur mit dem Unterschied, dass es in den USA auch keine Sozialleistungen des Partners öffnet. Eine deutsche Lebenspartnerschaft wird in den USA als Partnerschaft, nicht als Ehe behandelt; seit 2017 können sie in Deutschland in eine Ehe umgewandelt werden, was in den USA volle Anerkennung sichert.
Aufenthaltsrechtlich zählt in den USA nur die Ehe: ein unverheirateter deutscher Partner eines Amerikaners bekommt kein Visum aus der Beziehung, nur das Verlobtenvisum K-1 mit Heiratspflicht binnen 90 Tagen; umgekehrt gewährt Deutschland dem unverheirateten amerikanischen Partner eines Deutschen ebenfalls kein Nachzugsrecht. Wer bleiben will, heiratet — oder gestaltet das Zusammenleben mit Vertrag, Testament und Vollmachten, die in beiden Ländern gelten.
Die wichtigsten Punkte
| Common-law-Ehe | In wenigen Staaten anerkannt; setzt Einigung, Zusammenleben und Auftreten als Ehepaar voraus; wo wirksam, eine volle Ehe, nur durch Scheidung zu beenden |
|---|---|
| Domestic partnership | In einigen Staaten und Städten, vor allem für Krankenversicherung und Leistungen |
| Zusammenleben allgemein | In den meisten Staaten weder Vermögensteilung noch Unterhalt; Palimony vertraglich in einigen Staaten |
| Gleichgeschlechtliche Paare | Ehe landesweit möglich; manche eingetragenen Partnerschaften wurden automatisch umgewandelt |
| Partnerschaftsvertrag | In der Regel als Vertrag durchsetzbar; mündliche Zusagen kaum |
| Vorsorge | Testament, Vollmacht und Patientenverfügung nötig: der Partner hat sonst keine Befugnis |
| Deutsche | Lebenspartnerschaft gilt als Partnerschaft, nicht als Ehe; kein Aufenthaltsrecht aus dem Zusammenleben; Verlobtenvisum K-1 |
In der Praxis
- Einen schriftlichen Partnerschaftsvertrag schließen — in den meisten Staaten als Vertrag durchsetzbar; mündliche Versprechen sind schwer zu beweisen.
- Eigentum bewusst eintragen: joint tenancy (mit Anwachsung beim Tod), tenancy in common oder Alleineigentum haben jeweils andere Folgen, auch steuerlich.
- Testament, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung errichten: ein unverheirateter Partner hat weder Erbrecht noch Vertretungsmacht im Krankenhaus.
- Den Partner ausdrücklich als Begünstigten von Altersvorsorgekonten (401(k), IRA) und Lebensversicherungen benennen: die Standardbegünstigten sind Verwandte, und die Benennung geht dem Testament vor.
- In Deutschland ein Testament errichten, das auch für dortiges Vermögen gilt, und bedenken, dass der unverheiratete Partner in Deutschland Erbschaftsteuerklasse III mit nur 20 000 Euro Freibetrag hat — in den USA gibt es keine Erbschaftsteuer für den Erben, aber gegebenenfalls Nachlasssteuer.
Kosten und Übernahme
Verträge und Vorsorgedokumente kosten je nach Staat und Aufwand einige hundert bis einige tausend Dollar; die Registrierung einer domestic partnership 20 bis 100 Dollar.
Aktuelle Entwicklungen
Mehrere Staaten haben die Common-law-Ehe für die Zukunft abgeschafft, bestehende bleiben wirksam; die domestic partnerships haben nach der Öffnung der Ehe 2015 an Bedeutung verloren.
Anlaufstellen
- Anwaltsvermittlung der State Bar (lawyer referral service).
- Self-help centers der Gerichte für Vorsorgedokumente.
- Legal-Aid-Organisationen für Haushalte mit geringem Einkommen.
- Deutsche Konsulate: Beglaubigungen; deutscher Notar für Testament und Vollmacht nach deutschem Recht.
Gut zu wissen
Wer in einem Common-law-Staat lebt und als Ehepaar auftritt, ist womöglich schon verheiratet — mit allen Folgen, auch der Scheidung zur Trennung. Begünstigtenbenennungen schlagen Testamente: für unverheiratete Paare ist ihre Aktualisierung wichtiger als das Testament selbst. Und für Deutsche in den USA: die Beziehung allein gibt kein Visum — nur die Ehe.
Häufige Fragen
Wird unsere deutsche Lebenspartnerschaft in den USA anerkannt?
Als Partnerschaft, nicht als Ehe: Bundesbehörden (Einwanderung, Steuern, Sozialversicherung) erkennen nur Ehen an, einzelne Staaten behandeln ausländische eingetragene Partnerschaften wie ihre domestic partnerships. Seit 2017 lässt sich die Lebenspartnerschaft in Deutschland in eine Ehe umwandeln — danach gilt sie in den USA vollständig, auch für die Green Card.
Kann ich als Deutscher mit meinem amerikanischen Partner zusammenleben, ohne zu heiraten?
Aufenthaltsrechtlich nur mit eigenem Visum (Arbeit, Studium) oder im Rahmen der 90 Tage des ESTA; ein Partnervisum gibt es nicht, nur das Verlobtenvisum K-1, das binnen 90 Tagen zur Heirat verpflichtet. Rechtlich seid ihr Fremde: kein Erbrecht, keine Vertretung im Krankenhaus, keine Ansprüche bei Trennung — Vertrag, Testament und Vollmachten sind das Minimum.
Was passiert mit dem gemeinsam gekauften Haus bei Trennung?
Das entscheidet die Grundbucheintragung, nicht die Beziehung: bei joint tenancy oder tenancy in common gehört jedem sein Anteil, bei Alleineigentum eines Partners hat der andere ohne Vertrag nur vertragliche oder Bereicherungsansprüche, die je nach Staat schwer durchzusetzen sind. Ein Partnerschaftsvertrag oder ein Miteigentumsvertrag beim Kauf verhindert den Streit.
Quellen
- National Conference of State Legislatures — Common law marriage — Staaten mit Common-law-Ehe
- USCIS — Fiancé(e) visa K-1 — Verlobtenvisum
- Auswärtiges Amt — Lebenspartnerschaft und Umwandlung in eine Ehe — Wirkung im Ausland
Der allgemeine Artikel: Partnerschaft und Zusammenleben · Mit einem anderen Land vergleichen
Gleichgeschlechtliche Ehe
Der Supreme Court entschied im Juni 2015 in Obergefell v. Hodges, dass die Verfassung die Staaten verpflichtet, gleichgeschlechtliche Ehen zu schließen und anzuerkennen. Im Dezember 2022 verabschiedete der Kongress den Respect for Marriage Act, der den Defense of Marriage Act aufhob und die bundes- und zwischenstaatliche Anerkennung anderswo wirksam geschlossener Ehen vorschreibt — als Sicherung für den Fall, dass das Verfassungsurteil geändert würde. Adoption ist in jedem Staat möglich, die Stiefkindadoption weit verbreitet; die Elternschaftsvermutung für die Ehefrau der Mutter ist Staatenrecht, weshalb eine bestätigende Adoption (confirmatory adoption) empfohlen wird, da ein Adoptionsbeschluss überall anerkannt werden muss, eine Geburtsurkunde nicht. Leihmutterschaft ist Sache der Staaten, von umfassend geregelt (Kalifornien) bis verboten (Michigan bis 2024, Louisiana eingeschränkt). Diskriminierungsschutz im Arbeitsrecht gilt bundesweit seit Bostock (2020); in anderen Bereichen hängt er vom Staat ab.
Die USA öffneten die Ehe zwei Jahre vor Deutschland (2017), und deutsch-amerikanische gleichgeschlechtliche Paare heiraten in beiden Ländern ohne Hindernis; eine amerikanische Ehe wird in Deutschland seit 2017 als Ehe eingetragen, eine deutsche in den USA voll anerkannt. Die großen Unterschiede liegen bei den Kindern: Zwei-Mütter-Familien nach Samenspende sind in den USA in den meisten Staaten ab Geburt anerkannt, in Deutschland muss die zweite Mutter bis zur angekündigten Abstammungsreform weiterhin adoptieren; Leihmutterschaft ist in mehreren Staaten legal und kommerziell, in Deutschland verboten.
Deutsche Paare, die in den USA ein Kind durch Leihmutterschaft bekommen, erhalten dort eine Geburtsurkunde mit beiden Vätern; Deutschland erkennt eine amerikanische Gerichtsentscheidung über die Elternschaft an, wenn ein Elternteil genetisch verwandt ist (BGH 2014), die bloße Geburtsurkunde reicht nicht — deshalb in Kalifornien oder Illinois immer den pre-birth order oder parentage judgment einholen. Der Diskriminierungsschutz für gleichgeschlechtliche Paare ist in Deutschland flächendeckend, in den USA außerhalb des Arbeitsrechts vom Staat abhängig.
Die wichtigsten Punkte
| Ehe | Landesweit seit Obergefell v. Hodges, Juni 2015 |
|---|---|
| Bundesgesetz | Respect for Marriage Act, Dezember 2022: bundes- und zwischenstaatliche Anerkennung |
| Adoption | In jedem Staat möglich; Stiefkindadoption weit verbreitet |
| Elternschaft | Vermutung je nach Staat; bestätigende Adoption empfohlen, weil ein Beschluss überall gilt |
| Leihmutterschaft | Staat für Staat geregelt, von umfassend erlaubt bis verboten; Gerichtsbeschluss vor der Geburt in den freundlichen Staaten |
| Diskriminierung | Arbeitsrecht bundesweit seit Bostock 2020; sonst nach Staat und Stadt |
| Deutsche | Ehe in Deutschland voll anerkannt; Elternschaft nach Leihmutterschaft nur mit Gerichtsentscheidung und genetischer Verbindung |
In der Praxis
- Auch wenn die Geburtsurkunde beide Eltern nennt, wird eine Zweit- oder bestätigende Adoption empfohlen: ein Adoptionsbeschluss muss in jedem Staat und im Ausland anerkannt werden, eine Geburtsurkunde nicht — das gilt besonders für die Anerkennung in Deutschland.
- Das Leihmutterschaftsrecht des konkreten Staates prüfen, nicht des Landes: die Unterschiede sind extrem; einen parentage order vor der Geburt einholen.
- Außerhalb des Arbeitsrechts hängt der Diskriminierungsschutz ganz vom Staat und der Stadt ab; die staatlichen Menschenrechtskommissionen nehmen Beschwerden an.
- Eine amerikanische Ehe ist in der EU und in den meisten Ländern mit Ehe für alle anerkannt; für Deutschland genügt die Urkunde mit Apostille, die Nachbeurkundung ist möglich.
- Das deutsche Konsulat stellt dem in den USA geborenen Kind eines deutschen Elternteils den Kinderreisepass aus; bei Leihmutterschaft wird die deutsche Staatsangehörigkeit erst nach Anerkennung der Elternschaft festgestellt.
Kosten und Übernahme
Eine Heiratslizenz kostet je nach Staat etwa 30 bis 150 Dollar. Eine bestätigende Adoption kostet mit Anwaltskosten typischerweise 1 000 bis 3 000 Dollar — allgemein als lohnend angesehen. Leihmutterschaft 120 000 bis 200 000 Dollar.
Aktuelle Entwicklungen
Der Respect for Marriage Act, im Dezember 2022 unterzeichnet, garantiert die bundes- und zwischenstaatliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen; Michigan hat 2024 die Leihmutterschaft legalisiert. Deutschland erlaubt seit Juni 2024 die doppelte Staatsangehörigkeit, was binationalen Paaren die Einbürgerung erleichtert.
Anlaufstellen
- County Clerk's Office für die Heiratslizenz.
- Familiengericht des Staates für die bestätigende oder Zweitadoption.
- Staatliche Menschenrechtskommission für Diskriminierung außerhalb des Arbeitsrechts.
- Deutsche Konsulate: Nachbeurkundung der Ehe, Pässe für Kinder; Lambda Legal, GLAD für Rechtsberatung.
Gut zu wissen
Der Respect for Marriage Act verlangt die Anerkennung bestehender und auswärtiger Ehen, verpflichtet aber nicht jeden Staat, Lizenzen auszustellen, falls das Verfassungsurteil kippte — das ist die genaue Grenze des Schutzes. Für deutsche Paare zählt vor allem die Elternschaft: eine amerikanische Geburtsurkunde mit zwei Vätern ist in Deutschland nichts wert ohne den Gerichtsbeschluss.
Häufige Fragen
Wird unsere amerikanische gleichgeschlechtliche Ehe in Deutschland eingetragen?
Ja, seit der Ehe für alle 2017 als Ehe, mit Urkunde, Apostille und Übersetzung; eine vor 2017 geschlossene Ehe, die in Deutschland als Lebenspartnerschaft eingetragen war, gilt seitdem als Ehe. Die Nachbeurkundung beim Standesamt ist freiwillig, erleichtert aber alles Weitere.
Wir sind zwei Männer und planen eine Leihmutterschaft in Kalifornien — wie wird das Kind deutsch?
Nur über eine amerikanische Gerichtsentscheidung (pre-birth order oder parentage judgment), die die Elternschaft feststellt, und die genetische Vaterschaft eines deutschen Vaters: der BGH erkennt solche Entscheidungen seit 2014 an, die Geburtsurkunde allein nicht. Das Konsulat stellt danach den Pass aus; der zweite Vater wird in Deutschland durch die Anerkennung der Entscheidung ebenfalls Elternteil. Rechtsrat in beiden Ländern vor Vertragsschluss ist unverzichtbar.
Sind wir als deutsches Paar in konservativen Staaten geschützt?
Die Ehe wird überall anerkannt, auch in Texas oder Alabama, und der Arbeitsplatz ist bundesweit geschützt. Bei Wohnung, Dienstleistungen und öffentlichen Einrichtungen hängt der Schutz vom Staat und der Stadt ab; große Städte haben eigene Antidiskriminierungsverordnungen. Die Menschenrechtskommission des Staates oder Organisationen wie Lambda Legal helfen bei einer Beschwerde.
Quellen
- Congress.gov — Respect for Marriage Act (2022) — bundesgesetzliche Anerkennung
- Lambda Legal — Rechtsberatung für LGBTQ-Paare und Eltern
- Bundesgerichtshof — Beschluss XII ZB 463/13 (Leihmutterschaft Kalifornien) — Anerkennung der Elternschaft
Der allgemeine Artikel: Gleichgeschlechtliche Ehe · Mit einem anderen Land vergleichen
Güterstand und Erbrecht
Gütergemeinschaft der Errungenschaften (community property) in neun Staaten, gerechte Aufteilung (equitable distribution) in den übrigen, Pflichtteilsersatz für den überlebenden Ehegatten (elective share) in den meisten Staaten, Eheverträge überall wirksam; keine Erbschaftsteuer, aber eine Nachlasssteuer des Bundes oberhalb eines sehr hohen Freibetrags und in einigen Staaten eigene Steuern; Begünstigtenbenennungen gehen dem Testament vor.
Ehegüterrecht ist Staatenrecht. Neun Community-Property-Staaten — Arizona, Kalifornien, Idaho, Louisiana, Nevada, New Mexico, Texas, Washington, Wisconsin — lassen das während der Ehe erworbene Vermögen beiden je zur Hälfte gehören (bei Scheidung zwingend hälftig geteilt nur in Kalifornien, Louisiana und New Mexico); die übrigen wenden Equitable Distribution an: gerecht, nicht unbedingt gleich, nach Beiträgen, Dauer und Bedürfnissen. Beim Tod schützen die meisten Staaten den überlebenden Ehegatten durch einen Wahlanteil (elective share) von typischerweise einem Drittel gegen Enterbung; Louisiana ist der einzige Staat mit Pflichtteil für Kinder (unter 24 oder behindert). Eheverträge sind durchsetzbar bei Offenlegung, Freiwilligkeit und in manchen Staaten Fairness. Der Nachlass durchläuft ein staatliches Probate-Verfahren, das durch Living Trusts weithin vermieden wird; Altersvorsorgekonten und Lebensversicherungen gehen über die Begünstigtenbenennung am Testament vorbei. Die Nachlasssteuer des Bundes greift nur oberhalb eines sehr hohen Freibetrags (15 Millionen Dollar je Person seit 2026), mehrere Staaten erheben eigene Nachlass- oder Erbschaftsteuern.
Deutsche denken in Zugewinngemeinschaft: getrennte Vermögen, Ausgleich des Zugewinns bei Scheidung. Community Property in Kalifornien oder Texas geht weiter — Gehälter und Anschaffungen während der Ehe gehören beiden zur Hälfte, sofort und nicht erst bei Scheidung —, Equitable Distribution in New York oder Florida weniger berechenbar, weil der Richter nach Billigkeit teilt. Ein deutsches Paar, das in Deutschland geheiratet hat und später in die USA zieht, bleibt aus deutscher Sicht in Zugewinngemeinschaft (EU-Güterrechtsverordnung: erster gemeinsamer Aufenthalt), ein amerikanisches Scheidungsgericht wendet aber in aller Regel sein eigenes Recht an.
Beim Tod gibt es in den USA keine Erbschaftsteuer für den Erben, sondern eine Nachlasssteuer, die fast niemanden trifft; Deutschland besteuert den Erwerb des Erben mit Freibeträgen von 500 000 Euro (Ehegatte) und 400 000 Euro (Kind) und greift unbeschränkt, wenn Erblasser oder Erwerber in Deutschland wohnt oder ein deutscher Erblasser vor weniger als fünf Jahren weggezogen ist; das deutsch-amerikanische Erbschaftsteuerabkommen von 1980 verhindert die Doppelbesteuerung. Die Faustregel für Vermögen in beiden Ländern: Ehevertrag mit Rechtswahl, Testament, aktuelle Begünstigtenbenennungen und für US-Immobilien ein Living Trust oder eine Transfer-on-Death-Urkunde gegen das zweite Probate.
Die wichtigsten Punkte
| Community-Property-Staaten | Arizona, Kalifornien, Idaho, Louisiana, Nevada, New Mexico, Texas, Washington, Wisconsin: Errungenschaften gehören beiden hälftig |
|---|---|
| Equitable Distribution | Alle anderen Staaten: gerecht, nicht unbedingt gleich |
| Ehevertrag | Durchsetzbar bei Offenlegung, Freiwilligkeit und in manchen Staaten Fairness |
| Wahlanteil (elective share) | Schützt den überlebenden Ehegatten in den meisten Staaten gegen Enterbung; Kinder können außerhalb Louisianas enterbt werden |
| Probate | Staatliches Nachlassverfahren; Living Trusts zur Vermeidung weit verbreitet |
| Nachlasssteuer des Bundes | Nur oberhalb eines sehr hohen Freibetrags (15 Millionen Dollar seit 2026); mehrere Staaten mit eigenen Steuern |
| Begünstigtenbenennungen | Altersvorsorgekonten und Lebensversicherungen gehen am Testament vorbei |
| Deutsche | Zugewinngemeinschaft aus deutscher Sicht bei erstem Aufenthalt in Deutschland; deutsche Erbschaftsteuer bis fünf Jahre nach Wegzug; Abkommen von 1980 |
In der Praxis
- Prüfen, ob der Wohnsitzstaat Community Property kennt — es ändert alles am Eigentum während der Ehe; ein Umzug zwischen Community-Property- und Equitable-Distribution-Staaten hat reale Folgen, Dokumente danach überprüfen.
- Begünstigtenbenennungen und, wo sinnvoll, einen widerruflichen Living Trust nutzen, um Probate zu vermeiden; Immobilien in einem zweiten Staat bedeuten sonst ein zweites Probate.
- Ererbtes Vermögen getrennt halten und nicht vermischen, wenn es Sondervermögen bleiben soll; Nachweise aus Deutschland (Erbschein, Schenkungsurkunde) aufbewahren.
- Begünstigtenbenennungen nach jeder Heirat, Scheidung oder jedem Todesfall aktualisieren — sie gehen dem Testament vor, und eine vergessene Ex-Frau erbt die Lebensversicherung.
- Für ein deutsch-amerikanisches Paar: Ehevertrag mit Rechtswahl beim deutschen Notar und amerikanischen Anwalt, damit er in beiden Rechtsordnungen wirkt; Vermögen in Deutschland im deutschen Testament regeln.
Kosten und Übernahme
Nachlassplanungspakete kosten einige hundert bis einige tausend Dollar; Probate kann weit mehr kosten (3 bis 7 Prozent des Nachlasses); Ehevertrag 2 000 bis 10 000 Dollar mit getrennten Anwälten; deutscher notarieller Ehevertrag nach Geschäftswert.
Aktuelle Entwicklungen
Nachlass- und Erbschaftsteuern der Staaten wurden vielerorts abgeschafft, bestehen aber in anderen fort (Washington, Oregon, Massachusetts, New York, Pennsylvania, Maryland …), sodass der Wohnsitz beim Tod erheblich zählt; der Bundesfreibetrag wurde 2025 dauerhaft auf 15 Millionen Dollar festgesetzt.
Anlaufstellen
- Anwaltsvermittlung der State Bar und zertifizierte Fachanwälte für Nachlassplanung.
- Self-help-Angebote des County Probate Court.
- State Treasurer oder Comptroller für die Suche nach nicht beanspruchtem Vermögen.
- Deutscher Notar und Steuerberater mit US-Bezug für Ehevertrag und Erbschaftsteuer; Bundeszentralamt für Steuern zum Abkommen von 1980.
Gut zu wissen
Begünstigtenbenennungen schlagen Testamente: ein Altersvorsorgekonto oder eine Lebensversicherung, die noch den früheren Ehepartner nennt, zahlt an ihn aus, was auch immer das Testament sagt. Immobilien in einem zweiten Staat bedeuten meist ein zweites Probate — ein Trust oder eine Transfer-on-Death-Urkunde vermeidet es. Und für Deutsche: die amerikanische Steuerfreiheit beim Erben schützt nicht vor der deutschen Erbschaftsteuer, solange der Bezug zu Deutschland besteht.
Häufige Fragen
Wir haben in Deutschland geheiratet und leben jetzt in Kalifornien — welches Güterrecht gilt?
Aus deutscher Sicht bleibt die Zugewinngemeinschaft, weil der erste gemeinsame Aufenthalt in Deutschland lag. Ein kalifornisches Scheidungsgericht wendet jedoch kalifornisches Recht an: Vermögen, das während der Ehe in Kalifornien erworben wurde, gilt dort als Community Property, Vermögen aus der deutschen Zeit als Quasi-Community-Property, das ebenfalls geteilt wird. Ein Ehevertrag, der die Zugewinngemeinschaft ausdrücklich wählt und in beiden Ländern wirksam errichtet ist, verhindert den Konflikt.
Fällt in den USA Erbschaftsteuer an, wenn ich meinem Ehepartner alles hinterlasse?
Keine, in keiner Höhe: Übertragungen an den Ehegatten sind von der Bundesnachlasssteuer unbegrenzt befreit, wenn der Ehegatte US-Bürger ist — für einen deutschen Ehegatten ohne US-Pass gilt der Ehegattenfreibetrag nicht, dann braucht es einen Qualified Domestic Trust oder den allgemeinen Freibetrag. Deutschland besteuert den Erwerb des in Deutschland lebenden oder vor weniger als fünf Jahren weggezogenen Ehegatten über 500 000 Euro; das Abkommen von 1980 rechnet die Steuern gegeneinander an.
Brauchen wir einen Living Trust?
Wenn ihr Immobilien in den USA besitzt, besonders in Kalifornien oder Florida, in mehr als einem Staat oder zusätzlich in Deutschland: ja, meist. Der widerrufliche Trust vermeidet das langsame, teure und öffentliche Probate, regelt die Verwaltung bei Geschäftsunfähigkeit und lässt sich mit einem deutschen Testament für das deutsche Vermögen kombinieren. Für kleine Nachlässe genügen Begünstigtenbenennungen und eine Transfer-on-Death-Urkunde, wo der Staat sie kennt.
Quellen
- IRS — Estate tax — Bundesnachlasssteuer, Freibeträge
- Bundesfinanzministerium — Erbschaftsteuerabkommen USA 1980/1998 — Doppelbesteuerungsabkommen
- American Bar Association — Marital property — Community Property und Equitable Distribution
Der allgemeine Artikel: Güterstand und Erbrecht · Mit einem anderen Land vergleichen
Scheidung
Scheidung ohne Verschulden in jedem Staat, aber Vermögensteilung nach Community Property oder Equitable Distribution, Wohnsitzfristen von Wochen bis zu einem Jahr, Kindesunterhalt nach staatlichen Tabellen, Altersvorsorge nur durch gesonderten Beschluss (QDRO) teilbar; eine amerikanische Scheidung muss in Deutschland durch die Landesjustizverwaltung anerkannt werden, bevor sie dort wirkt.
| Gründe | Verschuldensunabhängig überall — irreconcilable differences oder irretrievable breakdown; Verschuldensgründe in manchen Staaten zusätzlich |
|---|---|
| Wohnsitz | Die meisten Staaten setzen eine Mindestaufenthaltsdauer, von sechs Wochen bis zu einem Jahr; in Washington, Alaska und South Dakota genügt der Wohnsitz bei Einreichung |
| Community-Property-Staaten | Arizona, Kalifornien, Idaho, Louisiana, Nevada, New Mexico, Texas, Washington, Wisconsin: Teilung meist hälftig, zwingend nur in Kalifornien, Louisiana und New Mexico |
Alle Einzelheiten: Scheidung
Allgemeine Quellen
- USA.gov — amtliches Portal der Bundesregierung, mit Verweisen auf die Behörden der Bundesstaaten
- Congress.gov und Gesetzessammlungen der Bundesstaaten — Bundesgesetze; jedes Familien- und Strafrecht ist Sache der Bundesstaaten
- Deutsche Vertretungen in den USA — germany.info — Botschaft Washington und Generalkonsulate: Urkunden, Pässe, Anwaltslisten, Hinweise für Deutsche in den USA
