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Das Land in Kürze

Übersichtskarte — Togo
Togo. Vereinfachte Übersichtskarte — Natural-Earth-Daten, gemeinfrei.

Togo verdankt seinen Namen und einen Teil seiner Grenzen der deutschen Kolonialzeit. Am 5. Juli 1884 schloss Gustav Nachtigal im Auftrag des Reichs einen «Schutzvertrag» mit der Führung des Ortes Togo am Togosee, dessen Name auf das ganze Gebiet überging, und bis 1914 war das Schutzgebiet Togo deutsche Kolonie, seit 1897 mit Lomé als Hauptstadt. Die Landungsbrücke von Lomé (1904) und drei zwischen 1905 und 1913 eröffnete Bahnlinien nach Aného, Kpalimé und Atakpamé dienten vor allem der Ausfuhr von Palmöl, Palmkernen, Baumwolle und Kautschuk. Die Norddeutsche Mission aus Bremen und die katholischen Steyler Missionare gründeten Kirchen und Schulen; die Kathedrale von Lomé und der frühere Gouverneurspalast stammen aus dieser Zeit. In Deutschland wurde Togo als «Musterkolonie» gepriesen, weil es sich weitgehend selbst finanzierte. Getragen hat diese Bilanz die Bevölkerung: mit einer Kopfsteuer, die viele Männer mangels Bargeld als Arbeit an Straßen und Bahnen ableisten mussten, mit Strafexpeditionen ins Hinterland und mit der Prügelstrafe. Im August 1914 rückten britische Truppen aus der Goldküste und französische aus Dahomey ein; die deutsche Seite sprengte die Funkstation Kamina bei Atakpamé und kapitulierte am 26. August. Frankreich und Großbritannien teilten das Gebiet und verwalteten es als Mandate des Völkerbunds, nach 1945 als Treuhandgebiete der Vereinten Nationen. Der britische Westteil kam nach einer Volksabstimmung 1956 zu Ghana, das 1957 unabhängig wurde; der größere französische Ostteil wurde 1960 als Republik Togo unabhängig. Heute verbinden Entwicklungszusammenarbeit, kirchliche Partnerschaften, das Goethe-Institut in Lomé und der Deutschunterricht an togolesischen Schulen die beiden Länder. In Deutschland lebt eine togolesische Gemeinschaft aus Studierenden, Fachkräften, Familien und Menschen, die in den politischen Krisen seit den 1990er Jahren Schutz gesucht haben; Deutsche arbeiten in Togo für Botschaft, Entwicklungszusammenarbeit, Kirchen und Organisationen.

Rechtlich hat Togo, ein Land mit rund neun Millionen Einwohnern und Französisch als Amtssprache, ein einheitliches Familienrecht: der Code des personnes et de la famille (Personen- und Familiengesetzbuch) von 2012, geändert 2014, regelt Ehe, Scheidung, Erbfolge und Adoption im ganzen Land. Er sieht die standesamtliche Ehe vor dem officier d'état civil (Standesbeamter) ab 18 Jahren für beide Ehegatten vor, bei der Trauung die Wahl zwischen Monogamie und Polygamie und zwischen Gütergemeinschaft (communauté) und Gütertrennung (séparation de biens), die gemeinsame Leitung der Familie, die gerichtliche Scheidung vor dem tribunal de première instance (Gericht erster Instanz) nach einem vorgeschriebenen Versöhnungsversuch und gleiche Erbteile für Söhne und Töchter; der überlebende Ehegatte erbt und ist gegen die Verdrängung durch die Familie des Verstorbenen geschützt. Eine traditionelle Ehe wirkt erst, wenn sie im état civil (Personenstandswesen) festgestellt ist; eine eingetragene Partnerschaft gibt es nicht. Der Code pénal (Strafgesetzbuch) von 2015 bestraft Gewalt in der Partnerschaft und Belästigung, ebenso gleichgeschlechtliche Handlungen (Artikel 392: ein bis drei Jahre Gefängnis und Geldstrafe), und verbietet den Schwangerschaftsabbruch außer bei Gefahr für Leben oder Gesundheit der Frau, nach Vergewaltigung oder Inzest und bei schwerer angeborener Fehlbildung des Kindes (Artikel 829). Verhütung ist im öffentlichen Sektor kostenlos oder subventioniert, das Drogengesetz Nr. 98-008 von 1998 bestraft schon den Konsum, das Gesetz Nr. 2019-014 schützt personenbezogene Daten, und seit 2009 ist Togo Vertragsstaat des Haager Adoptionsübereinkommens. Die Seiten unten geben für jedes Thema die togolesische Regel, das Verfahren und die Anlaufstellen — und für Deutsche das, was zwischen beiden Ländern zählt: Ehefähigkeitszeugnis und Nachbeurkundung, das Verbot der Doppelehe (§ 1306 BGB), die Anerkennung von Scheidungen (§ 107 FamFG), die deutsche Erbschaftsteuer ohne Abkommen mit Togo, die Begleitung jeder Auslandsadoption durch eine zugelassene Vermittlungsstelle, das deutsche Cannabisgesetz, das in Togo nicht gilt, und die Botschaft in Lomé, die togolesische Urkunden auf Ersuchen deutscher Behörden überprüft.

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