Die Rechtsgrundlage
Maßgeblich ist das Gesetz Nr. 98-008 vom 18. März 1998 über die Kontrolle von Drogen (loi relative au contrôle des drogues). Es bestraft den Konsum (usage), den Besitz (détention), den Anbau (culture) und den Handel (trafic). Freiheits- und Geldstrafen sind schon beim Konsum erheblich und beim Handel sehr hoch, insbesondere bei Begehung als organisierte Bande (en bande organisée) oder wenn ein Minderjähriger beteiligt ist. Eine gesetzliche Mengengrenze zwischen Eigenkonsum und Handel gibt es nicht: die Unterscheidung beruht weitgehend auf der sichergestellten Menge, wie sie bei der Festnahme eingeschätzt wird, was einen erheblichen Ermessensspielraum lässt — eine für den Eigenbedarf bestimmte Menge kann als Besitz zum Verkauf eingestuft werden. Die Untersuchungshaft (détention provisoire) ist die Regel und oft lang. Der Hafen von Lomé ist ein überwachter Transitpunkt; der Konsum im Land betrifft vor allem Cannabis und zweckentfremdete Medikamente, in der Region an erster Stelle Tramadol. Die Behandlung einer Abhängigkeit läuft über den psychiatrischen Dienst des hôpital national de référence (nationales Referenzkrankenhaus); ein flächendeckendes Substitutionsprogramm für Opioidabhängige gibt es nicht. Daneben besteht das Comité national de lutte contre la drogue (Nationales Komitee zur Drogenbekämpfung).
Für Deutsche, die in Togo leben oder dorthin reisen, ist der wichtigste Punkt einfach: das deutsche Konsumcannabisgesetz gilt dort nicht. Wer in Togo Cannabis besitzt oder konsumiert, macht sich nach togolesischem Recht strafbar, und weil es keine Mengengrenze gibt, kann schon eine kleine Menge als Besitz zum Verkauf gewertet werden. Nach einer Festnahme ist die Untersuchungshaft die Regel: verlangen Sie sofort, dass die Botschaft in Lomé benachrichtigt wird. Sie kann Sie in der Haft besuchen, Anwaltslisten geben und mit Ihrem Einverständnis Angehörige informieren, aber weder in das Verfahren eingreifen noch eine Freilassung erwirken. Ein zweiter Punkt betrifft Medikamente: Präparate, die in Deutschland verschreibungspflichtig sind oder unter das Betäubungsmittelrecht fallen — starke Schmerzmittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel, Mittel gegen ADHS —, gehören in die Originalpackung, mit Rezeptkopie und einer ärztlichen Bescheinigung auf Englisch, wie sie das Auswärtige Amt empfiehlt, oder auf Französisch, in der für den Aufenthalt nötigen Menge. Das gilt besonders für Tramadol, dessen Abgabe in Togo und den Nachbarländern strenger kontrolliert wird. Die Einfuhrbedingungen erfragen Sie vor der Reise bei der Vertretung Togos in Deutschland.
Für Togolesinnen und Togolesen in Deutschland gilt dagegen das deutsche Recht: seit dem 1. April 2024 dürfen Erwachsene bis zu 25 Gramm Cannabis bei sich haben, bis zu 50 Gramm zu Hause aufbewahren und drei Pflanzen anbauen (Konsumcannabisgesetz); alle anderen Drogen bleiben nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten, und die Ein- und Ausfuhr von Cannabis ist auch nach deutschem Recht verboten. Wer nach Togo reist, nimmt also nichts mit — was in Berlin erlaubt ist, wird bei der Ankunft in Lomé zu unerlaubtem Besitz und kann je nach Menge als Handel verfolgt werden. Den Handel mit Betäubungsmitteln kann die deutsche Justiz zudem unabhängig vom Tatort verfolgen (§ 6 Nr. 5 StGB), und für Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit kann ein Drogendelikt Folgen für den Aufenthalt haben. Hilfe gibt es in Deutschland bei den Suchtberatungsstellen — kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym, auch für Angehörige —, und eine Substitutionsbehandlung für Opioidabhängige bezahlt die Krankenkasse. Familien, die einen Angehörigen in Togo unterstützen wollen, wissen: dort führt der Weg fast immer über den psychiatrischen Dienst des Referenzkrankenhauses, die Behandlung ist selten kostenlos, und Vereine zur Schadensminderung gibt es vor allem in der Hauptstadt.
Die wichtigsten Punkte
| Gesetz | Gesetz Nr. 98-008 vom 18. März 1998 über die Kontrolle von Drogen |
|---|---|
| Konsum | Freiheitsstrafe und Geldstrafe |
| Handel | Schwere Strafen, verschärft bei Bande oder Beteiligung eines Minderjährigen |
| Grenze Eigenbedarf/Handel | Keine gesetzliche Grenze; entscheidend ist die bei der Festnahme eingeschätzte Menge |
| Untersuchungshaft | Die Regel, oft lang |
| Konsum im Land | Vor allem Cannabis und zweckentfremdete Medikamente; Tramadol in der Region strenger kontrolliert |
| Behandlung | Psychiatrischer Dienst des nationalen Referenzkrankenhauses; kein flächendeckendes Substitutionsprogramm |
| Deutsche | Konsumcannabisgesetz gilt in Togo nicht; nichts mitnehmen (Ein- und Ausfuhr auch nach deutschem Recht verboten); Medikamente in Originalpackung mit ärztlicher Bescheinigung auf Englisch oder Französisch; bei Festnahme die Botschaft benachrichtigen lassen; Drogenhandel auch in Deutschland verfolgbar (§ 6 Nr. 5 StGB) |
In der Praxis
- Wer sich behandeln lassen will, wendet sich an einen psychiatrischen Krankenhausdienst, in Lomé an den des nationalen Referenzkrankenhauses: er ist fast immer die einzige Einrichtung mit geschultem Personal.
- Nach einer Festnahme als Ausländer sofort die Benachrichtigung der Botschaft verlangen — die Untersuchungshaft ist die Regel —, nichts unterschreiben, was man nicht versteht, und einen Anwalt beauftragen, etwa von der Liste der Botschaft.
- Vereine zur Schadensminderung (réduction des risques), wo es sie gibt, vor allem in der Hauptstadt, sind die beste erste Anlaufstelle für verlässliche Informationen ohne Vorurteile.
- Medikamente mit Betäubungsmitteln oder Tramadol nur in Originalpackung, mit Rezeptkopie und ärztlicher Bescheinigung auf Englisch oder Französisch und in der für den Aufenthalt nötigen Menge mitnehmen; vor der Reise bei der Vertretung Togos in Deutschland nachfragen und die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts lesen.
- Keine Pakete, Umschläge oder Koffer für Dritte transportieren und das eigene Gepäck nicht aus der Hand geben: wer Drogen bei sich trägt, wird zunächst selbst festgenommen.
- In Deutschland beraten die Suchtberatungsstellen der Kommunen und Wohlfahrtsverbände kostenlos und anonym, auch Angehörige; bei Opioidabhängigkeit ist eine Substitutionsbehandlung über die Krankenkasse möglich.
Kosten und Übernahme
In Togo sind öffentliche Krankenhausbehandlungen ermäßigt, aber selten kostenlos, und die Behandlungskosten bleiben ein wesentliches Hindernis. Geldstrafen und Verfahrenskosten richten sich nach der Entscheidung des Gerichts; hinzu kommen Anwaltskosten, die bei langer Untersuchungshaft erheblich werden können. Die Botschaft betreut deutsche Inhaftierte konsularisch, zahlt aber weder Anwalt noch Verfahrenskosten. In Deutschland ist die Suchtberatung kostenlos; Entzug und Substitution übernimmt die Krankenkasse, eine Entwöhnungsbehandlung in der Regel die Rentenversicherung. Behandlungen in Togo erstattet die deutsche Krankenkasse grundsätzlich nicht.
Aktuelle Entwicklungen
Die Gesundheitsbehörden der Region haben die Kontrolle der Abgabe von Tramadol verschärft, des am häufigsten zweckentfremdeten Medikaments. In Deutschland gilt seit dem 1. April 2024 das Konsumcannabisgesetz, seit Juli 2024 können Anbauvereinigungen eine Erlaubnis beantragen, und seit August 2024 gilt für das Fahren ein THC-Grenzwert von 3,5 Nanogramm je Milliliter Blutserum; die Auswirkungen des Gesetzes werden evaluiert.
Anlaufstellen
- Psychiatrischer Dienst des nationalen Referenzkrankenhauses in Lomé; Notaufnahmen der Krankenhäuser.
- Comité national de lutte contre la drogue (Nationales Komitee zur Drogenbekämpfung).
- Vereine zur Schadensminderung, vor allem in der Hauptstadt.
- Deutsche Botschaft Lomé: Betreuung bei Festnahme, Anwaltslisten; Auswärtiges Amt: Reise- und Sicherheitshinweise Togo; Vertretung Togos in Deutschland: Einfuhr von Medikamenten; in Deutschland Suchtberatungsstellen und Hausärzte.
Gut zu wissen
In Togo ist die Untersuchungshaft lang, und ob Eigenbedarf oder Handel vorliegt, hängt von der Menge ab, wie sie vor Ort eingeschätzt wird: eine für den eigenen Gebrauch bestimmte Menge kann als Besitz zum Verkauf eingestuft werden. Die deutsche Teillegalisierung schützt Sie dort nicht — nehmen Sie kein Cannabis mit, in keine Richtung, und reisen Sie mit starken Medikamenten nur mit Originalpackung und ärztlicher Bescheinigung.
Häufige Fragen
Darf ich als Deutscher in Togo Cannabis konsumieren?
Nein. Das Gesetz Nr. 98-008 vom 18. März 1998 bestraft schon den Konsum und den Besitz mit Freiheits- und Geldstrafe, und weil es keine gesetzliche Mengengrenze gibt, kann auch eine kleine Menge als Besitz zum Verkauf eingestuft werden; nach einer Festnahme ist Untersuchungshaft die Regel. Das deutsche Konsumcannabisgesetz gilt in Togo nicht, und Cannabis aus Deutschland mitzunehmen ist doppelt verboten: die Ausfuhr nach deutschem, der Besitz nach togolesischem Recht. Die Botschaft kann Sie in der Haft betreuen, aber keine Freilassung erwirken.
Gibt es für Konsumenten eine Alternative zur Strafverfolgung?
Die togolesischen Texte setzen vorrangig auf Strafe; ob jemand in eine Behandlung gelenkt wird, hängt in der Praxis von der Staatsanwaltschaft (parquet) ab und davon, ob es eine aufnahmebereite Einrichtung gibt. Wer sich bereits behandeln lässt, sollte das mit Bescheinigungen des psychiatrischen Dienstes belegen können. In Deutschland ist das anders geregelt: bei geringen Mengen zum Eigenverbrauch kann von der Verfolgung abgesehen werden (§ 31a BtMG), und bei einer Freiheitsstrafe von höchstens zwei Jahren kann die Vollstreckung zugunsten einer Therapie zurückgestellt werden («Therapie statt Strafe», § 35 BtMG).
Wo kann sich ein Angehöriger in Togo behandeln lassen?
Beim psychiatrischen Dienst des nationalen Referenzkrankenhauses in Lomé: er ist meist die einzige Einrichtung mit geschultem Personal. Ein flächendeckendes Substitutionsprogramm für Opioidabhängige gibt es nicht, und die öffentliche Behandlung ist ermäßigt, aber selten kostenlos — die Kosten sind oft das größte Hindernis, und hier kann die Familie in Deutschland helfen. Vereine zur Schadensminderung, vor allem in der Hauptstadt, informieren verlässlich und ohne Vorurteile; im Notfall hilft die Notaufnahme eines Krankenhauses.
Kann ich mein Schmerzmittel mit Tramadol nach Togo mitnehmen?
Nur mit Vorsorge: Originalpackung, Kopie des Rezepts und eine ärztliche Bescheinigung auf Englisch oder Französisch mit Wirkstoff, Dosierung und Behandlungsdauer, und nur die Menge, die Sie für den Aufenthalt brauchen. Weil die Abgabe von Tramadol in Togo und den Nachbarländern strenger kontrolliert wird, erfragen Sie die Einfuhrbedingungen vorher bei der Vertretung Togos in Deutschland. Kaufen Sie Ersatz nur in Apotheken: das Auswärtige Amt warnt vor Medikamentenfälschungen mit unsicherem Inhalt.
Offizielle Quellen und Links
- République togolaise — offizielles Portal — Portal des Staates und seiner Dienste (auf Französisch)
- Auswärtiges Amt — Togo: Reise- und Sicherheitshinweise — Strafverfolgung, Gesundheit, Medikamentenfälschungen
- Deutsche Botschaft Lomé — konsularische Betreuung deutscher Staatsangehöriger, auch bei Festnahme
- Deutsche Botschaft Lomé — Anwälte, Ärzte und Übersetzer — Anwaltsliste und medizinische Behandlungsmöglichkeiten
- République togolaise — portail officiel de l'État et de ses services
