Kinderbetreuung — Togo

Togo hat öffentliche jardins d'enfants (Kindergärten) und in Lomé einen aktiven privaten Sektor, doch die Vorschule erreicht nur eine Minderheit der Kinder und konzentriert sich auf die Städte; für Kinder unter drei Jahren gibt es kein öffentliches Angebot, sie werden von der Familie oder einer Hausangestellten betreut, und eine besondere Zulage für die Kinderbetreuung gibt es nicht — private Einrichtungen in Lomé kosten etwa 8 000 bis 40 000 Francs CFA im Monat, und deutsche Leistungen wie Elterngeld und Kindergeld fließen bei Wohnsitz in Togo nur in Ausnahmefällen.

Übersichtskarte — Togo — Kinderbetreuung
Togo. Vereinfachte Übersichtskarte — Natural-Earth-Daten, gemeinfrei.

Die Rechtsgrundlage

Die Vorschulbildung in Togo umfasst öffentliche jardins d'enfants, die dem Ministère des Enseignements primaire, secondaire, technique et de l'artisanat (Ministerium für Primar-, Sekundar- und technische Bildung und Handwerk) unterstehen, und einen bedeutenden privaten Sektor in der Hauptstadt. Die Versorgung wächst, erreicht aber nur eine Minderheit der Kinder und ist stark auf Lomé und die Hauptorte der Regionen konzentriert. Wo es eine öffentliche Vorschule gibt, ist sie kostenlos oder fast kostenlos; Nebenkosten wie Schuluniform, Material und Beitrag zum Elternverein bleiben. Für Kinder unter drei Jahren gibt es kein öffentliches Angebot: sie werden von der Großfamilie oder von einer Hausangestellten (aide à domicile) betreut. Private crèches (Krippen) und jardins d'enfants gibt es vor allem in Lomé; sie brauchen eine Betriebsgenehmigung (autorisation d'ouverture), und die inspections de l'éducation (Schulaufsicht) führen die Liste der zugelassenen Einrichtungen. Eine besondere Zulage für die Kinderbetreuung gibt es nicht. Wer eine Hausangestellte beschäftigt, schließt im Rahmen des nationalen Arbeitsrechts einen schriftlichen Vertrag, zahlt mindestens den geltenden Mindestlohn mit den Beiträgen und meldet sie an; ohne Anmeldung hat sie keinerlei Schutz. Für die Aufnahme in die öffentliche Vorschule wird fast überall eine Geburtsurkunde verlangt.

Die Grundregel in Togo ist einfach: vor dem dritten Lebensjahr gibt es nichts Institutionelles. Die familiäre Solidarität übernimmt die gesamte Betreuung der Kleinsten, und ihre Kosten bleiben unsichtbar, weil sie auf den Frauen der Familie lasten, manchmal auf den älteren Schwestern zulasten ihrer Schulbildung. Für togolesische Familien in Deutschland ist das ein deutlicher Unterschied: dort hat jedes Kind ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kita oder bei einer Tagesmutter (§ 24 SGB VIII) und ab drei Jahren auf einen Kindergartenplatz, und die Gebühren sind je nach Bundesland nach Einkommen gestaffelt oder ganz erlassen — wobei die Plätze in vielen Städten knapp sind. Deutsche, die in Togo leben, organisieren die Betreuung dagegen selbst: private crèche, privater jardin d'enfants oder eine angestellte Betreuerin, oft alles zusammen, und in deutsch-togolesischen Familien übernimmt häufig die togolesische Verwandtschaft einen Teil.

Das private Angebot in den Städten ist sehr unterschiedlich: zwei benachbarte Einrichtungen können den gleichen Preis verlangen, bei einer Betreuung, die sich um das Dreifache unterscheidet. Nützlich sind konkrete Kriterien — Zahl der Kinder pro Betreuerin, Beständigkeit des Personals von Jahr zu Jahr, Sauberkeit der Sanitäranlagen, ein Außenbereich und das, was geschieht, wenn sich ein Kind verletzt. Die Geburtsurkunde ist der Schlüssel: Kinder, die nicht beim état civil (Personenstandswesen) angemeldet sind, bleiben faktisch außen vor, und die nachträgliche Eintragung ist langwierig. Beim Kind eines deutschen Elternteils kommt die deutsche Seite hinzu: die Geburt kann im deutschen Geburtenregister beurkundet werden, und ist der deutsche Elternteil selbst nach dem 31. Dezember 1999 im Ausland geboren und lebt dort, wird das Kind nur Deutscher, wenn die Beurkundung binnen eines Jahres nach der Geburt beantragt wird (§ 4 Abs. 4 StAG), außer es würde sonst staatenlos. Elterngeld gibt es bei Wohnsitz in Togo nur in Ausnahmefällen, etwa für vorübergehend Entsandte, Entwicklungshelfer und bestimmte Beamte im Ausland, und ob für ein Kind in Togo Kindergeld gezahlt wird, hängt vom Status der Eltern ab; die Familienkasse prüft den Einzelfall.

Die wichtigsten Punkte

VorschuleÖffentlich und privat; erreicht nur eine Minderheit, konzentriert auf die Städte
Unter drei JahrenKein öffentliches Angebot; Großfamilie und Hausangestellte
Privater SektorCrèches und jardins d'enfants, vor allem in Lomé; Betriebsgenehmigung erforderlich
ZuständigMinistère des Enseignements primaire, secondaire, technique et de l'artisanat; Liste der zugelassenen Einrichtungen bei den inspections de l'éducation
KostenÖffentliche Vorschule kostenlos oder fast kostenlos; privat in Lomé etwa 8 000 bis 40 000 Francs CFA im Monat (rund 12 bis 61 Euro)
ZulagenKeine besondere Zulage für die Kinderbetreuung
HausangestellteSchriftlicher Vertrag, mindestens der geltende Mindestlohn mit Beiträgen, Anmeldung
AufnahmeGeburtsurkunde fast überall Voraussetzung für die öffentliche Vorschule
WährungFranc CFA, fest an den Euro gebunden (1 Euro = 655,957 FCFA)
DeutscheElterngeld bei Wohnsitz in Togo nur in Ausnahmefällen (Entsandte, Entwicklungshelfer, bestimmte Beamte); Kindergeld je nach Status; Beurkundung der Geburt binnen eines Jahres beantragen, wenn § 4 Abs. 4 StAG greift

In der Praxis

Kosten und Übernahme

Die öffentliche Vorschule ist, wo es sie gibt, kostenlos oder fast kostenlos; Nebenkosten wie Uniform, Material und Beitrag zum Elternverein sind einzuplanen. Private Einrichtungen in Lomé kosten etwa 8 000 bis 40 000 Francs CFA im Monat, rund 12 bis 61 Euro, dazu Einschreibegebühren und Material. Eine angemeldete Hausangestellte kostet mindestens den geltenden Mindestlohn zuzüglich der Beiträge. In Deutschland sind die Kita-Gebühren je nach Bundesland und Einkommen gestaffelt oder ganz erlassen, und Kinderbetreuungskosten können teilweise von der Einkommensteuer abgesetzt werden.

Aktuelle Entwicklungen

Der Ausbau der öffentlichen Vorschule und die Aufsicht über private Einrichtungen stehen in den Sektorplänen für das Bildungswesen. In Deutschland besteht seit dem 1. August 2013 der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag, und seit dem 1. Januar 2024 werden keine Kinderreisepässe mehr ausgestellt: auch Kinder erhalten einen regulären Reisepass.

Anlaufstellen

Gut zu wissen

Zwischen privaten jardins d'enfants gibt es bei gleichem Preis große Qualitätsunterschiede: besuchen, die Kinder pro Betreuerin zählen, eine halbe Stunde beobachten und nach der Betriebsgenehmigung fragen. Ohne Geburtsurkunde gibt es keinen Platz in der öffentlichen Vorschule — und beim Kind eines selbst im Ausland geborenen deutschen Elternteils kann die versäumte Jahresfrist für den Antrag auf Beurkundung der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit kosten.

Häufige Fragen

Gibt es in Togo öffentliche Krippen?

Nicht für Kinder unter drei Jahren: die öffentliche Hand kümmert sich um die Vorschule, die bisher nur eine Minderheit erreicht und vor allem in Lomé und den Hauptorten der Regionen besteht. Die Kleinsten betreut die Familie oder eine Hausangestellte; private crèches gibt es vor allem in Lomé.

Was kostet eine private Einrichtung in Lomé?

Etwa 8 000 bis 40 000 Francs CFA im Monat — rund 12 bis 61 Euro, da der Franc CFA fest an den Euro gebunden ist —, dazu Einschreibegebühren und Material. Der Preis sagt wenig über die Qualität: entscheidend sind die Zahl der Kinder pro Betreuerin, die Beständigkeit des Personals, die Hygiene, ein Außenbereich und der Ablauf bei Unfällen.

Wir ziehen mit unserem Baby nach Lomé — was wird aus Elterngeld und Kindergeld?

Elterngeld setzt grundsätzlich Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland voraus; Ausnahmen gelten vor allem für vorübergehend vom Arbeitgeber Entsandte, Entwicklungshelfer und bestimmte Beamte im Ausland sowie ihre mitreisenden Ehe- oder Lebenspartner. Beim Kindergeld kommt es ebenfalls auf Ihren Status an, etwa darauf, ob Sie in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig bleiben; wer ganz nach Togo zieht, verliert den Anspruch in der Regel. Klären Sie beides vor dem Umzug mit Elterngeldstelle und Familienkasse — in Togo selbst gibt es keine besondere Zulage für die Kinderbetreuung.

Darf ich in Lomé eine Kinderfrau beschäftigen?

Ja, im Rahmen des togolesischen Arbeitsrechts: schriftlicher Vertrag, mindestens der geltende Mindestlohn und Anmeldung mit den Beiträgen. Ohne Anmeldung hat die Angestellte keinerlei Schutz, und der Arbeitgeber trägt das Risiko eines Streits. Halten Sie Arbeitszeiten, Aufgaben und Urlaub schriftlich fest.

Offizielle Quellen und Links

← Alle Länder Der allgemeine Artikel zum Thema →

Seite geprüft im September 2026. Die genannten Rechtstexte können sich ändern: Im Zweifel bei der genannten amtlichen Quelle bestätigen.

Diese Seite in der Sitemap finden