Verhütung, Schwangerschaftsabbruch und Drogen — Deutschland

Schwangerschaftsabbruch. Rechtswidrig, aber straffrei: Pflichtberatung, drei Tage Wartezeit und Abbruch bis zur 12. Woche nach der Empfängnis. Verhütung. Kassenleistung bis zum 22. Geburtstag, danach Selbstzahlung — und die Pille danach ist seit 2015 rezeptfrei.

Illustration: Verhütung, Schwangerschaftsabbruch und Drogen
Übersichtskarte — Deutschland
Deutschland. Vereinfachte Übersichtskarte — Natural-Earth-Daten, gemeinfrei.

Verhütung

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen verschreibungspflichtige Verhütungsmittel bis zum vollendeten 22. Lebensjahr; ärztliche Beratung bleibt in jedem Alter Kassenleistung. Die Notfallverhütung ist seit 2015 rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und bis 22 auf Rezept kassenfinanziert.

Die Kostenübernahme endet mit dem zweiundzwanzigsten Geburtstag, und das ist der Punkt, der die meisten überrascht: Danach zahlt man hormonelle Verhütung vollständig selbst, zwischen etwa hundertfünfzig und dreihundert Euro im Jahr. Bei Bezug bestimmter Sozialleistungen übernehmen einzelne Kommunen und Länder die Kosten weiter — die Regelungen sind regional und wenig bekannt. Die Pille danach ist seit 2015 rezeptfrei erhältlich.

Die wichtigsten Punkte

KassenleistungBis zum 22. Geburtstag für verschreibungspflichtige Mittel
Ab 22Selbstzahlung; ärztliche Beratung bleibt Kassenleistung
Pille danachRezeptfrei in der Apotheke; auf Rezept bis 22 von der Kasse bezahlt
MinderjährigeAb etwa 14 Jahren Verordnung ohne elterliche Zustimmung bei ausreichender Einsichtsfähigkeit
SchweigepflichtGilt auch gegenüber den Eltern
SpiraleVon Ärztinnen und Ärzten eingesetzt, auch bei Frauen ohne Kinder
Soziale HärtefälleEinzelne Kommunen und Modellprojekte übernehmen Kosten für Empfängerinnen von Sozialleistungen
RezeptpflichtAlle hormonellen Methoden sind verschreibungspflichtig
SterilisationKeine Kassenleistung, sofern nicht medizinisch indiziert
ModellprojekteEinzelne Kommunen und Länder übernehmen die Kosten für Menschen mit geringem Einkommen

In der Praxis

  • Unter 22 Jahren beim Arzt ein Rezept ausstellen lassen, auch für die Pille danach – sonst entfällt die Erstattung.
  • Bei Bezug von Sozialleistungen nach kommunalen Kostenübernahmeprogrammen fragen.

Kosten und Übernahme

Bis 22 kostenfrei; danach je nach Methode einige hundert Euro pro Jahr. Kommunale Projekte und Beratungsstellen helfen bei geringem Einkommen.

Aktuelle Entwicklungen

Mehrere Bundesländer und Kommunen haben Modellprojekte zur kostenlosen Verhütung für Menschen mit geringem Einkommen aufgelegt; eine bundesweite Regelung wird seit Jahren gefordert, besteht aber nicht.

Anlaufstellen

  • pro familia und Beratungsstellen der Gesundheitsämter.
  • Gynäkologische Praxen und Hausarztpraxen.
  • Apotheken für die rezeptfreie Notfallverhütung.
  • Kommunale Gesundheitsämter mit Kostenübernahmeprogrammen.

Gut zu wissen

Für Minderjährige gilt die ärztliche Schweigepflicht auch gegenüber den Eltern. Sprechen Sie das in der Praxis offen an — es ist eine Routinefrage, keine ungewöhnliche Bitte. Ab dem 22. Geburtstag zahlen Versicherte die Verhütung vollständig selbst. Wer die Spirale erwägt, sollte den Kostenvergleich über mehrere Jahre rechnen.

Häufige Fragen

Wer zahlt Verhütung in Deutschland?

Die gesetzliche Krankenkasse bis zum zweiundzwanzigsten Geburtstag, bis achtzehn ohne Zuzahlung. Danach zahlen Sie selbst. Einzelne Kommunen und Länder haben Programme für Menschen mit geringem Einkommen; fragen Sie bei pro familia oder dem Gesundheitsamt nach den örtlichen Möglichkeiten.

Der allgemeine Artikel: Verhütung · Mit einem anderen Land vergleichen

Schwangerschaftsabbruch

§ 218 StGB stellt den Schwangerschaftsabbruch unter Strafe; § 218a macht ihn straffrei, wenn die Schwangere eine anerkannte Beratungsstelle aufgesucht hat, seit der Beratung drei Tage vergangen sind und der Abbruch innerhalb von zwölf Wochen nach der Empfängnis erfolgt. Bei medizinischer Indikation gibt es keine Frist, bei kriminologischer Indikation eine Frist von zwölf Wochen.

Die deutsche Konstruktion ist ungewöhnlich: Der Abbruch bleibt rechtswidrig, ist aber unter Bedingungen straffrei — Pflichtberatung bei einer anerkannten Stelle, drei Tage Wartezeit zwischen Beratung und Eingriff, Durchführung bis zur zwölften Woche nach der Empfängnis. Eine Expertenkommission hat 2024 empfohlen, den Abbruch in der Frühphase aus dem Strafgesetzbuch herauszunehmen; umgesetzt ist das nicht. Das Werbeverbot des früheren Paragrafen 219a ist 2022 gestrichen worden.

Die wichtigsten Punkte

Frist12 Wochen nach der Empfängnis, also 14 Wochen nach der letzten Regel
PflichtberatungBei einer anerkannten Beratungsstelle, mit Beratungsschein
WartezeitDrei Tage zwischen Beratung und Eingriff
Medizinische IndikationOhne Frist, bei Gefahr für Leben oder Gesundheit
Kriminologische IndikationNach einer Sexualstraftat, bis zwölf Wochen
MinderjährigeAb 16 in der Regel eigene Einwilligung, wenn die nötige Reife vorliegt
§ 219aDas Werbeverbot wurde 2022 aufgehoben; Praxen dürfen offen informieren
Medikamentöser AbbruchBis zur 9. Schwangerschaftswoche; die Frist ist kürzer als die allgemeine 12-Wochen-Frist
BeratungsstellenNur staatlich anerkannte Stellen dürfen den Beratungsschein ausstellen
KostenübernahmeBei geringem Einkommen übernimmt die Krankenkasse die Kosten auf Antrag des Bundeslandes
VersorgungslückenDie Zahl der Einrichtungen ist stark zurückgegangen; in ländlichen Regionen sind lange Wege die Regel

In der Praxis

  • Termin bei einer anerkannten Beratungsstelle vereinbaren — der Schein ist Voraussetzung.
  • Nach drei Tagen Termin in einer Praxis oder Klinik, die Abbrüche durchführt.
  • Medikamentöser Abbruch bis etwa zur 9. Woche, Absaugmethode darüber hinaus.
  • Nachkontrolle wahrnehmen und Verhütung besprechen.
  • Den Beratungstermin sofort vereinbaren: Der Schein ist Voraussetzung, und die Wartezeit von drei Tagen läuft erst danach.
  • Den Antrag auf Kostenübernahme vor dem Eingriff stellen; rückwirkend ist er nicht möglich.

Kosten und Übernahme

Die Kosten trägt in der Regel die Schwangere selbst, meist zwischen 350 und 600 Euro. Bei geringem Einkommen übernimmt sie das jeweilige Bundesland auf Antrag bei der Krankenkasse; Vor- und Nachsorge zahlt die Kasse immer.

Aktuelle Entwicklungen

Das Werbeverbot des Paragrafen 219a ist 2022 gestrichen worden, sodass Ärztinnen öffentlich über ihr Leistungsangebot informieren dürfen. Eine Kommission hat 2024 empfohlen, den Abbruch in der Frühphase zu legalisieren; eine gesetzliche Umsetzung steht aus.

Anlaufstellen

  • pro familia, Diakonie, donum vitae und die Beratungsstellen der Gesundheitsämter.
  • Die Liste der Ärztinnen und Ärzte bei der Bundesärztekammer.
  • Schwangeren-Notruf-Telefone und die Hotline „Schwangere in Not“.
  • Beratungsstellen von pro familia und Donum Vitae mit Berechtigung zur Scheinausstellung.

Gut zu wissen

Die drei Tage werden streng gerechnet. Wer nahe an der Zwölf-Wochen-Grenze ist, sollte den Beratungstermin sofort vereinbaren — sonst kann allein die Wartezeit die Frist verstreichen lassen. Beratungsschein und Dreitagesfrist zusammen kosten mindestens vier Tage. Wer erst in der zehnten Woche beginnt, verliert die Möglichkeit des medikamentösen Abbruchs.

Häufige Fragen

Wer zahlt einen Schwangerschaftsabbruch in Deutschland?

Bei medizinischer oder kriminologischer Indikation die Krankenkasse vollständig. Bei der Beratungsregelung tragen Sie die Kosten selbst — etwa dreihundert bis sechshundert Euro —, es sei denn, Ihr Einkommen liegt unter einer Grenze; dann übernimmt das Bundesland die Kosten über die Krankenkasse. Der Antrag wird vor dem Eingriff gestellt.

Der allgemeine Artikel: Schwangerschaftsabbruch · Mit einem anderen Land vergleichen

Eltern: die erste Beziehung des Kindes

Maßgeblich ist die Einsichtsfähigkeit, nicht das Geburtsdatum — und Verhütung ist bis zum 22. Geburtstag Kassenleistung.

Eine minderjährige Person, die Bedeutung und Tragweite einer Behandlung erfassen kann, darf allein einwilligen; die ärztliche Schweigepflicht gilt dann auch gegenüber den Eltern. Verschreibungspflichtige Verhütungsmittel werden bis zum vollendeten 22. Lebensjahr von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Die „Pille danach“ ist seit 2015 rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Das deutsche Recht kennt keine feste Altersgrenze für den Arztbesuch ohne Eltern. Maßgeblich ist die Einsichtsfähigkeit: Wer die Tragweite eines Eingriffs versteht, kann selbst einwilligen. In der Praxis gehen Praxen ab etwa vierzehn bis sechzehn Jahren davon aus, bei schwerwiegenden Eingriffen bleiben sie zurückhaltender. Das zweite praktische Problem ist die Abrechnung: Über die Familienversicherung kann eine Leistung für die Eltern sichtbar werden.

Die wichtigsten Punkte

MaßstabEinsichtsfähigkeit, ärztlich beurteilt, nicht ein festes Alter
SchweigepflichtGilt bei Einsichtsfähigkeit auch gegenüber den Eltern
VerhütungKassenleistung bis zum vollendeten 22. Lebensjahr
Pille danachRezeptfrei in der Apotheke, ohne Altersgrenze
TestsAnonym und kostenlos bei den Gesundheitsämtern
Beratungpro familia und Beratungsstellen der Kommunen
SchutzalterVierzehn Jahre, mit besonderen Regeln bei Erwachsenen in Einflusspositionen

In der Praxis

  • pro familia berät vertraulich, auch ohne Eltern und ohne Termin in vielen Stellen.
  • Für die erste Verschreibung ist keine gynäkologische Untersuchung nötig — lassen Sie sich nichts anderes sagen.
  • Die Pille danach wirkt umso besser, je früher sie genommen wird: die Apotheke genügt.
  • Wenn Ihre Tochter lieber mit jemand anderem spricht als mit Ihnen, ist das normal und vom System vorgesehen.

Kosten und Übernahme

Beratung ist kostenlos; Verhütung ist bis zum 22. Geburtstag Kassenleistung.

Aktuelle Entwicklungen

Die Beratungsangebote sind zunehmend digital erreichbar, und mehrere Bundesländer haben Programme für kostenlose Verhütungsmittel für junge Erwachsene mit geringem Einkommen aufgelegt — die Regelungen unterscheiden sich von Land zu Land erheblich.

Anlaufstellen

  • pro familia und kommunale Beratungsstellen.
  • Gesundheitsamt, für anonyme und kostenlose Tests.
  • Apotheke, für die Pille danach.
  • Nummer gegen Kummer — 116 111, kostenlos und anonym.

Gut zu wissen

Die Schweigepflicht gilt auch Ihnen gegenüber. Das richtet sich nicht gegen Familien: Es ist genau das, was verhindert, dass eine verunsicherte Jugendliche gar nicht erst zum Arzt geht.

Häufige Fragen

Kann eine Jugendliche ohne Eltern die Pille bekommen?

Ja, wenn die Ärztin sie für einsichtsfähig hält — eine feste Altersgrenze gibt es nicht. Bis zum 22. Geburtstag übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten hormoneller Verhütungsmittel, bis zum 18. Geburtstag ohne Zuzahlung. Sprechen Sie die Frage der Vertraulichkeit in der Sprechstunde offen an.

Erfahren die Eltern von einem Arztbesuch?

Die ärztliche Schweigepflicht gilt auch gegenüber den Eltern, sobald die Jugendliche einsichtsfähig ist. Sichtbar werden kann die Behandlung jedoch über die Abrechnung der Familienversicherung. Wer das vermeiden will, fragt nach den Angeboten der Beratungsstellen von pro familia oder des Gesundheitsamts, die anonym arbeiten.

Quellen

Der allgemeine Artikel: Eltern: die erste Beziehung des Kindes · Mit einem anderen Land vergleichen

Sexuelle Orientierung

Ehe für alle seit 2017, Konversionsbehandlungen an Minderjährigen verboten, und seit November 2024 das Selbstbestimmungsgesetz.

Die Ehe steht gleichgeschlechtlichen Paaren seit Oktober 2017 offen. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet Benachteiligungen wegen der sexuellen Identität in Beschäftigung und bei vielen Geschäften des täglichen Lebens. Seit 2020 sind Konversionsbehandlungen an Minderjährigen und unter Zwang verboten. Das Selbstbestimmungsgesetz ist seit dem 1. November 2024 in Kraft und hat das Transsexüllengesetz abgelöst.

Deutschland hat den rechtlichen Rahmen in zwei Schritten modernisiert: die Öffnung der Ehe 2017 und das Selbstbestimmungsgesetz, das seit November 2024 die Änderung von Geschlechtseintrag und Vornamen durch eine Erklärung beim Standesamt ermöglicht, ohne Gutachten und Gerichtsverfahren. Der Diskriminierungsschutz im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz erfasst Arbeit, Wohnung und Dienstleistungen; die Beweislastregel erleichtert die Durchsetzung.

Die wichtigsten Punkte

EheSeit Oktober 2017 für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet
GleichbehandlungsgesetzSchutz vor Benachteiligung wegen der sexuellen Identität
KonversionsbehandlungenSeit 2020 verboten bei Minderjährigen und bei fehlender freier Einwilligung
SelbstbestimmungsgesetzSeit 1. November 2024 in Kraft, löst das Transsexüllengesetz ab
BlutspendeSeit 2023 ohne Unterscheidung nach sexueller Orientierung
AbstammungsrechtFür zwei Mütter ist weiterhin die Stiefkindadoption der übliche Weg
GrundgesetzEine ausdrückliche Ergänzung um die sexuelle Identität wird seit Jahren gefordert

In der Praxis

  • Beschwerden nach dem Gleichbehandlungsgesetz unterliegen einer Frist von zwei Monaten: handeln Sie zügig.
  • Dokumentieren Sie Vorfälle mit Datum und Zeugen; darauf stützen sich spätere Verfahren.
  • Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes berät kostenlos und vertraulich.
  • Für zwei Mütter ist die Stiefkindadoption bislang unverzichtbar, um die zweite Elternstellung abzusichern.

Kosten und Übernahme

Die Beratung durch die Antidiskriminierungsstelle ist kostenlos; ein Gerichtsverfahren ist kostenpflichtig, Prozesskostenhilfe möglich.

Aktuelle Entwicklungen

Das Selbstbestimmungsgesetz ist im November 2024 in Kraft getreten und hat das Transsexuellengesetz abgelöst. Konversionsbehandlungen an Minderjährigen sind seit 2020 verboten, einschließlich der Werbung dafür.

Anlaufstellen

  • Antidiskriminierungsstelle des Bundes, kostenlose Beratung.
  • Beratungsstellen und Verbände vor Ort.
  • Jugendberatungsangebote, anonym und ohne Information der Eltern.

Gut zu wissen

Die Zweimonatsfrist des Gleichbehandlungsgesetzes ist die häufigste Stolperfalle. Sie läuft ab Kenntnis der Benachteiligung, nicht ab dem Zeitpunkt, an dem man sich zu einer Beschwerde entschliesst.

Häufige Fragen

Was hat sich mit dem Selbstbestimmungsgesetz geändert?

Seit November 2024 genügt eine Erklärung beim Standesamt, um Geschlechtseintrag und Vornamen zu ändern; die früheren Gutachten und das Gerichtsverfahren nach dem Transsexuellengesetz entfallen. Eine Anmeldung drei Monate vorher ist erforderlich, und eine erneute Änderung ist erst nach einem Jahr möglich.

Wohin wendet man sich bei Diskriminierung?

An die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, die kostenlos berät, und an die Beratungsstellen der Länder. Ansprüche nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz müssen innerhalb von zwei Monaten geltend gemacht werden — diese Frist ist kurz und wird häufig versäumt.

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Drogen und Betäubungsmittel

Cannabis seit April 2024 aus dem Betäubungsmittelgesetz herausgelöst: 25 Gramm unterwegs, 50 zu Hause, drei Pflanzen.

Das Konsumcannabisgesetz (KCanG) hat Cannabis und nichtsynthetisches THC zum 1. April 2024 aus dem Betäubungsmittelgesetz herausgenommen. Volljährige dürfen nach § 3 KCanG bis zu 25 Gramm in der Öffentlichkeit und bis zu 50 Gramm am Wohnsitz besitzen; § 9 erlaubt den privaten Eigenanbau von höchstens drei Pflanzen, gesichert vor dem Zugriff Dritter. Seit dem 1. Juli 2024 sind nichtkommerzielle Anbauvereinigungen mit höchstens 500 Mitgliedern zulässig. Alle übrigen Substanzen bleiben im Betäubungsmittelgesetz.

Besitz, Eigenanbau und Anbauvereinigungen gelten unverändert; die 2026 diskutierte Novelle betrifft ausschließlich das Medizinal-Cannabisgesetz, insbesondere telemedizinische Verschreibung und Versandhandel.

Der Konsum bleibt in Sichtweite von Schulen, Kinderspielplätzen und Sportstätten sowie in Fußgängerzonen zu bestimmten Tageszeiten untersagt.

Am Steuer gilt seit 2024 ein THC-Grenzwert von 3,5 Nanogramm pro Milliliter Blutserum; für Fahranfänger und in der Probezeit gilt ein absolutes Verbot, ebenso beim Mischkonsum mit Alkohol.

Alle anderen Substanzen — Kokain, Amphetamine, Opioide, synthetische Cannabinoide — unterliegen weiterhin dem Betäubungsmittelgesetz mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren im Grundtatbestand und bis zu fünfzehn Jahren in schweren Fällen.

Die wichtigsten Punkte

CannabisKonsumcannabisgesetz seit 1. April 2024
Besitz25 g in der Öffentlichkeit, 50 g am Wohnsitz
EigenanbauHöchstens 3 Pflanzen, vor Zugriff Dritter gesichert
AnbauvereinigungenSeit 1. Juli 2024, höchstens 500 Mitglieder, nichtkommerziell
THC am Steuer3,5 ng/ml Serum; absolutes Verbot in der Probezeit
Übrige SubstanzenBetäubungsmittelgesetz, bis 15 Jahre in schweren Fällen

In der Praxis

  • Die Sucht- und Drogen-Hotline berät unter 01806 313031.
  • Suchtberatungsstellen der Kommunen und Wohlfahrtsverbände beraten kostenlos und auf Wunsch anonym, auch Angehörige allein.
  • Drug-Checking-Angebote bestehen in Berlin, Thüringen und weiteren Ländern; sie sind kostenlos und anonym.

Kosten und Übernahme

Suchtberatung ist kostenlos. Ambulante und stationäre Entwöhnung werden von der Renten- oder Krankenversicherung getragen.

Aktuelle Entwicklungen

Die Novelle 2026 betrifft nur das Medizinal-Cannabisgesetz (Einschränkung der Telemedizin, Versandverbot); Besitzgrenzen, Eigenanbau und Anbauvereinigungen bleiben unverändert.

Anlaufstellen

  • Sucht- und Drogen-Hotline, 01806 313031.
  • Suchtberatungsstellen der Kommunen und Verbände.
  • BZgA, Informationsangebote und Rauchfrei-Telefon 0800 8313131.
  • Giftinformationszentren der Länder; Notruf 112.

Gut zu wissen

Die Legalisierung betrifft ausschließlich Cannabis und ausschließlich Deutschland. Die Mitnahme ins Ausland ist dort eine unerlaubte Einfuhr, und als „CBD“ verkaufte Liquids können synthetische Cannabinoide enthalten, die weiterhin dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen.

Häufige Fragen

Wie viel Cannabis darf ich besitzen?

Als Volljähriger 25 Gramm in der Öffentlichkeit und 50 Gramm am Wohnsitz.

Darf ich selbst anbauen?

Ja, höchstens drei Pflanzen, vor dem Zugriff Dritter und insbesondere von Kindern gesichert.

Welcher Grenzwert gilt am Steuer?

3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum; in der Probezeit und bei Fahranfängern gilt ein absolutes Verbot.

Gilt das auch für synthetische Cannabinoide?

Nein. Sie fallen weiterhin unter das Betäubungsmittelgesetz und sind erheblich gefährlicher.

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Alkohol und Tabak

Sechzehn Jahre für Bier und Wein, achtzehn für Spirituosen und Tabak – und Rauchverbote, die Ländersache sind.

Das Jugendschutzgesetz erlaubt Bier und Wein ab sechzehn, Spirituosen und Tabak erst ab achtzehn. Die Rauchverbote in der Gastronomie sind landesrechtlich geregelt und fallen entsprechend unterschiedlich aus: Bayern kennt ein striktes Verbot, andere Länder lassen Ausnahmen für Raucherräume und Einraumgaststätten zu. Das Tabakwerbeverbot wurde 2022 vollständig auf Aussenwerbung und Kinowerbung ausgeweitet.

Die Zuständigkeit ist geteilt, und das erklärt die Unübersichtlichkeit: Der Bund regelt Abgabealter, Steuern und Werbung, die Länder regeln das Rauchen in der Gastronomie. Wer von Bayern nach Nordrhein-Westfalen zieht, findet deshalb andere Regeln vor, obwohl sich am Bundesrecht nichts geändert hat. Bei Streit im Lokal gilt immer das Landesrecht, nicht das, was man aus dem Nachbarland kennt.

Die wichtigsten Punkte

AlkoholBier und Wein ab 16, Spirituosen ab 18
TabakAb 18, auch für E-Zigaretten
RauchverboteLandesrechtlich geregelt, mit deutlichen Unterschieden
WerbeverbotSeit 2022 vollständig, einschliesslich Aussen- und Kinowerbung
AutoKein bundesweites Rauchverbot bei Kindern im Auto
EntwöhnungKurse werden von den Krankenkassen bezuschusst
NikotinersatzAuf Rezept erstattungsfähig im Rahmen eines Entwöhnungsprogramms
SteuerStufenweise Erhöhungen bis 2026, erstmals auch auf Liquids
E-ZigarettenLiquids seit 2022 steuerpflichtig, Abgabe ab 18

In der Praxis

  • Die Krankenkasse nach einem bezuschussten Entwöhnungskurs fragen – viele erstatten den grössten Teil.
  • Nikotinersatz kann im Rahmen eines Programms verordnet und erstattet werden.
  • Das Rauchverbot im Gastgewerbe unterscheidet sich je nach Bundesland erheblich.
  • Für Alkohol bieten Suchtberatungsstellen kostenlose und anonyme Erstgespräche.
  • Bei einer Kündigung des Rauchens lohnt der Blick ins Bonusprogramm der Kasse: Viele erstatten den Kurs vollständig, wenn er abgeschlossen wird.
  • Alkohol am Steuer: 0,5 Promille allgemein, 0,0 in der Probezeit und unter 21 Jahren.

Kosten und Übernahme

Entwöhnungskurse werden von den Krankenkassen bezuschusst; Nikotinersatz ist im Programm erstattungsfähig.

Aktuelle Entwicklungen

Das Tabaksteuermodernisierungsgesetz erhöht die Steuer in mehreren Stufen bis 2026 und bezieht erstmals die Liquids von E-Zigaretten ein. Der Preis eines Päckchens ist damit binnen weniger Jahre spürbar gestiegen.

Anlaufstellen

  • Rauchfrei-Programm und Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
  • Suchtberatungsstellen der Kommunen und freien Träger.
  • Hausarztpraxen für die Verordnung von Entwöhnungshilfen.

Gut zu wissen

Deutschland gehört zu den wenigen Ländern Westeuropas ohne bundesweites Rauchverbot im Auto bei Kindern. Mehrere Anläufe dazu sind gescheitert.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter darf man in Deutschland Alkohol kaufen?

Bier, Wein und Sekt ab sechzehn Jahren, Spirituosen und alles, was mit Branntwein gemischt ist, erst ab achtzehn. In Begleitung eines Sorgeberechtigten dürfen Jugendliche ab vierzehn Bier oder Wein trinken, aber nicht selbst kaufen. Tabak und E-Zigaretten sind ausnahmslos ab achtzehn.

Darf man in Deutschland im Auto rauchen, wenn Kinder mitfahren?

Rechtlich ja: Ein bundesweites Verbot gibt es nicht, mehrere Gesetzentwürfe sind gescheitert. Deutschland gehört damit zu den wenigen westeuropäischen Ländern ohne eine solche Regel. Medizinisch ist die Schadstoffkonzentration in einem Fahrzeuginnenraum um ein Vielfaches höher als in einem Raum — das Fehlen eines Verbots ist kein Freibrief.

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Allgemeine Quellen

Seite geprüft im September 2026. Die genannten Rechtstexte können sich ändern: Im Zweifel bei der genannten amtlichen Quelle bestätigen.

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