Die sexuelle Orientierung

Was die Forschung gesichert hat, wie man darüber spricht, und eine Rechtslage, die sich von Land zu Land grundlegend unterscheidet.

Illustration: Die sexuelle Orientierung

Begriffe, kurz und präzise

Orientierung ist nicht immer eindeutig und nicht immer stabil. Längsschnittstudien zeigen, dass sich Selbstbeschreibungen im Lauf des Lebens verändern können, ohne dass das eine frühere Angabe falsch macht.

Was gesichert ist

Konversionsbehandlungen

Maßnahmen, die die sexuelle Orientierung oder die Geschlechtsidentität verändern sollen, sind wirkungslos und schädlich: Sie erhöhen Depression, Angst und Suizidrisiko. Immer mehr Staaten verbieten sie, teils strafbewehrt; eine Zustimmung der betroffenen Person macht sie dort nicht zulässig.

Darüber sprechen – oder nicht

Einen allgemein richtigen Zeitpunkt gibt es nicht. Was in Erfahrungsberichten immer wieder auftaucht:

Wer ein Outing entgegennimmt: zuhören, für das Vertrauen danken, keine aufdringlichen Fragen zum Sexualleben stellen und die Information nicht ohne Zustimmung weitergeben.

Gesundheit und Vorsorge

Der Vorsorgebedarf richtet sich nach den Praktiken, nicht nach der Identität. Regelmäßige Tests auf sexuell übertragbare Infektionen, die Impfung gegen humane Papillomviren und Hepatitis B sowie der Zugang zur HIV-Vorsorgemedikation betreffen alle, deren Praktiken sie exponieren. Anonyme und kostenlose Testangebote gibt es in den meisten Ländern.

Die Rechtslage Land für Land

Rechtsrahmen, Verfahren, Fristen und Kosten unterscheiden sich von Land zu Land. Zu jedem der folgenden Länder gibt es eine ausführliche Seite: Rechtsgrundlagen, wichtige Fakten, Vorgehen, Kosten, Anlaufstellen und Fallstricke.

Wählen Sie ein Land, um die ausführliche Seite zu öffnen.

Deutschland, Österreich, Schweiz

Deutschland

Ehe für alle seit 2017, Konversionsbehandlungen an Minderjährigen verboten, und seit November 2024 das Selbstbestimmungsgesetz.

Österreich

Ehe für alle seit 2019 durch Verfassungsgerichtshof, und ein Diskriminierungsschutz, der außerhalb der Arbeitswelt enger ist.

Schweiz

Ehe für alle seit Juli 2022 nach Volksabstimmung, und eine Strafnorm, die die sexuelle Orientierung schützt.

Luxemburg, Liechtenstein und Ostbelgien

Luxemburg

Ehe seit 2015, breiter Diskriminierungsschutz, und ein mehrsprachiges Beratungsangebot.

Liechtenstein

Seit dem 1. Januar 2025 steht die Ehe auch gleichgeschlechtlichen Paaren offen.

Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft)

Nach den Niederlanden das zweite Land der Welt mit der Eheöffnung, und seit 2023 ein Verbot von Konversionspraktiken.

Weitere Länder mit deutschsprachiger Bevölkerung

Italien (Südtirol)

Zivile Union statt Ehe, nach italienischem Recht, und ein Diskriminierungsschutz, der vor allem die Arbeitswelt erfasst.

Namibia

Das Sodomie-Verbot wurde 2024 vom High Court aufgehoben; der Staat hat Berufung eingelegt.

Dieses Thema wird auch behandelt für französischsprachige Länder · englischsprachige Länder.

Zum Weiterlesen

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Seite geprüft im September 2026. Die genannten Rechtstexte können sich ändern: Im Zweifel bei der genannten amtlichen Quelle bestätigen.

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