Oralverkehr
Für viele Frauen ist er der verlässlichste Weg zum Orgasmus, weil er die Klitoris direkt erreicht. Wichtig ist weniger Technik als Konstanz: Wer Rhythmus und Druck ändert, sobald die Erregung steigt, unterbricht genau den Aufbau, der zum Höhepunkt führt.
Infektionsrisiko: Es ist nicht null. Übertragbar sind vor allem Gonorrhoe, Chlamydien, Syphilis, Herpes und HPV; das HIV-Risiko ist beim Oralverkehr sehr gering, aber nicht ausgeschlossen. Rachengonorrhoe verläuft meist völlig symptomlos und wird nur beim gezielten Rachenabstrich gefunden — ein Grund, beim Test ausdrücklich danach zu fragen. Schutz bieten Kondome und Lecktücher (Dental Dams). Die HPV-Impfung schützt zusätzlich vor Krebserkrankungen im Rachenraum und wird fast überall für Mädchen und Jungen empfohlen und kostenfrei oder vergünstigt angeboten.
Analverkehr
Der Anus hat keine Selbstbefeuchtung und einen inneren Schließmuskel, der sich nicht willentlich steuern lässt. Daraus folgen drei nicht verhandelbare Punkte:
- Viel Gleitmittel, und zwar nachlegen. Bei Kondomen ausschließlich wasser- oder silikonbasierte Produkte (Öl zerstört Latex).
- Sehr langsam beginnen, mit Fingern, und bei Schmerz abbrechen. Schmerz ist hier keine Gewöhnungssache, sondern ein Hinweis auf drohende Einrisse.
- Kondom benutzen und wechseln, bevor es vaginal weitergeht — sonst gelangen Darmbakterien in die Scheide und verursachen Infektionen.
Das HIV-Übertragungsrisiko ist beim ungeschützten aufnehmenden Analverkehr am höchsten von allen sexuellen Praktiken, weil die Schleimhaut dünn und verletzlich ist. Kondome, eine wirksame HIV-Therapie des Partners (nicht nachweisbar = nicht übertragbar) und die PrEP sind die drei belegten Schutzwege. Die Kostenübernahme der PrEP unterscheidet sich stark: in manchen Ländern Leistung der Krankenversicherung, in anderen vollständig selbst zu zahlen.
Spielzeug und Notaufnahme
Alles, was anal eingeführt wird, braucht eine breite Basis oder eine Rückholschlaufe — der Darm zieht Gegenstände sonst nach innen. Das ist der häufigste Grund für peinliche Besuche in der Notaufnahme, und es ist ein rein mechanisches Problem, kein moralisches. Im Zweifel: sofort hingehen, nicht selbst herumexperimentieren.
