Zwei Geräte, zwei Logiken
| Kupferspirale | Hormonspirale | |
|---|---|---|
| Prinzip | Kupferionen machen das Milieu in der Gebärmutter für Spermien giftig und verhindern die Befruchtung | Ein örtlich abgegebenes Gestagen verdickt den Schleim und baut die Gebärmutterschleimhaut ab |
| Hormone | Keine | Ja, aber überwiegend örtlich und in sehr niedriger Dosis |
| Wirkung auf die Blutung | Oft stärker und schmerzhafter, vor allem in den ersten Monaten | Oft schwächer, nach einem Jahr häufig ganz ausbleibend |
| Liegedauer | 5 bis 10 Jahre je nach Modell | 3 bis 8 Jahre je nach Modell |
| Weitere Anwendung | Die wirksamste Notfallverhütung, bis fünf Tage nach dem Verkehr einsetzbar | Behandlung starker Blutungen |
Die zugelassenen Liegedauern unterscheiden sich von Land zu Land und haben sich bei mehreren Modellen zuletzt geändert: nachfragen statt annehmen.
Sicherheit
0,1 bis 0,8 Schwangerschaften pro 100 Frauen und Jahr je nach Gerät, bei perfekter wie bei typischer Anwendung — denn im Alltag ist nichts zu tun. Zusammen mit dem Implantat sind dies die sichersten umkehrbaren Methoden.
Die Einlage
- Sie erfolgt in der Sprechstunde und dauert wenige Minuten. Das Gerät wird zusammengefaltet in einem dünnen Röhrchen durch den Muttermund eingeführt.
- Der Schmerz ist real und sehr unterschiedlich: von einem Ziehen bis zu heftigem Schmerz. Lange kleingeredet, ist er heute Gegenstand ausdrücklicher Empfehlungen — örtliche Betäubung des Muttermunds, vorab ein Schmerzmittel, Aufklärung im Voraus. Diese Begleitung fragt man vor dem Termin an; einmal erbeten, wird sie kaum abgelehnt.
- Krämpfe und Blutungen über einige Tage sind üblich.
- Ein Faden ragt aus dem Muttermund und lässt sich selbst ertasten. Beim Verkehr ist er meist nicht spürbar.
Die Risiken, nach Häufigkeit
- Ausstoßung: 2 bis 10 % im ersten Jahr, häufiger in den ersten Monaten und nach einer Geburt. Daher das Ertasten der Fäden.
- Perforation der Gebärmutter: selten, in der Größenordnung von 1 bis 2 pro 1 000 Einlagen, häufiger unmittelbar nach der Geburt und in der Stillzeit.
- Infektion: Das Zusatzrisiko beschränkt sich auf die ersten drei Wochen nach der Einlage und bleibt gering. Die Spirale selbst setzt keinen Infektionen aus.
- Eileiterschwangerschaft: Die Spirale macht sie insgesamt unwahrscheinlicher, weil sie jede Schwangerschaft unwahrscheinlich macht. Tritt aber eine Schwangerschaft mit liegender Spirale auf, ist der Anteil außerhalb der Gebärmutter höher — daher die Regel: ein positiver Test mit Spirale gehört rasch abgeklärt.
Drei Irrtümer, die wegkönnen
Nicht vor dem ersten Kind. Falsch: Die Einlage ist auch bei Frauen ohne Geburt möglich und wird von den Fachgesellschaften empfohlen. Sie macht unfruchtbar. Falsch: Die Fruchtbarkeit kehrt sofort nach der Entfernung zurück. Sie beendet eine begonnene Schwangerschaft. Nein: Sie wirkt auf Spermien und auf die Befruchtung.
Wann ärztlicher Rat nötig ist
Anhaltende Unterbauchschmerzen, Fieber, übel riechender Ausfluss, nicht auffindbare Fäden oder ein am Muttermund tastbares Gerät, ungewohnte Blutung, positiver Schwangerschaftstest. Die Spirale schützt vor keiner sexuell übertragbaren Infektion.
