Diaphragma und Portiokappe
Es sind biegsame Silikonkuppeln, die tief in der Scheide den Muttermund bedecken. Sie bilden eine mechanische Barriere, aber keine dichte: Sie werden immer zusammen mit einem Spermizid verwendet. Die Sicherheit entsteht aus dem Paar, nicht aus dem Gerät allein.
- Einsetzen: vor dem Verkehr, bis zu zwei Stunden vorher. Eine Portion Spermizid kommt in die Kuppel.
- Liegen lassen: mindestens sechs Stunden nach dem letzten Verkehr, insgesamt höchstens 24 Stunden.
- Weiterer Verkehr in dieser Zeit: Spermizid nachlegen, ohne das Gerät zu entfernen.
- Größe: Manche Modelle werden nach einer Untersuchung angepasst, andere gibt es in Einheitsgröße. Deutliche Gewichtsveränderung, eine Geburt oder eine Beckenoperation sind Gründe, den Sitz neu zu prüfen.
- Wiederverwendbar über ein bis zwei Jahre, mit Wasser und milder Seife gereinigt.
Die Portiokappe folgt derselben Logik, nur kleiner. Bei Frauen, die bereits geboren haben, ist sie deutlich weniger sicher, da sich der Muttermund verändert hat.
Die Spermizide
Cremes, Zäpfchen, Gele oder Schwämmchen mit einem Stoff, der Spermien lähmt und zerstört, meist Nonoxynol-9. Allein angewendet gehören sie zu den unsichersten Methoden. Ihr Platz ist der einer Ergänzung.
Ein weiteres, neueres und nur in wenigen Ländern erhältliches Präparat wirkt anders: Es hält den pH-Wert der Scheide sauer, was die Spermien lähmt, statt sie zu zerstören. Es wird kurz vor jedem Verkehr angewendet, und seine Sicherheit bleibt die einer örtlichen Methode.
Sicherheit
| Perfekte Anwendung | Typische Anwendung | |
|---|---|---|
| Diaphragma mit Spermizid | etwa 16 | etwa 17 |
| Spermizide allein | etwa 16 | etwa 21 |
| Schwämmchen, ohne vorherige Geburt | etwa 9 | etwa 14 |
| Schwämmchen, nach einer Geburt | etwa 20 | etwa 27 |
Schwangerschaften pro 100 Frauen und Jahr.
Die Zahlen sind eindeutig: Mit Spermizid allein ist etwa jede fünfte Frau binnen eines Jahres schwanger. Diese Methoden wählt man mit offenen Augen, meist weil keine hormonelle Methode gewünscht oder möglich ist.
Nonoxynol-9: ein wichtiger Hinweis
Häufiger, wiederholter Gebrauch von Nonoxynol-9 reizt die Scheidenschleimhaut und kann dadurch das Risiko einer HIV-Übertragung erhöhen, statt es zu senken. Bei hohem Infektionsrisiko oder sehr häufigem Verkehr wird davon abgeraten. Spermizide schützen vor keiner sexuell übertragbaren Infektion — dieser Glaube ist alt und falsch.
Für wen sie passen können
Für alle, die Hormone ablehnen oder nicht vertragen, eine nur bei Bedarf eingesetzte und selbst kontrollierte Methode wünschen und die entsprechende Sicherheit akzeptieren. Ein zusätzliches Kondom verbessert den Schutz deutlich, gegen Schwangerschaft wie gegen Infektionen.
