Für wen
Die Stimulation richtet sich zuerst an Frauen, die nicht oder schlecht ovulieren: lange und unregelmäßige Zyklen, ausbleibende Regel, polyzystisches Ovarsyndrom. Sie wird auch als erster Schritt bei unerklärter Unfruchtbarkeit angeboten, wenn beide Abklärungen unauffällig sind.
Sie nützt nichts bei verschlossenen Eileitern oder stark eingeschränktem Spermiogramm: die Eizelle wäre da und träfe auf nichts. Deshalb stimuliert kein Zentrum, bevor Eileiterdurchgängigkeit und Spermiogramm geprüft sind.
Wie es abläuft
- Als Tablette: Clomifen oder Letrozol, fünf Tage zu Zyklusbeginn. Letrozol ist beim polyzystischen Ovarsyndrom erste Wahl: mehr Eisprünge, weniger Mehrlinge als unter Clomifen.
- Als Spritze: niedrig dosierte Gonadotropine, täglich, unter die Haut. Man beginnt niedrig und steigert langsam — dieses Step-up-Schema verhindert, dass zehn Follikel statt einem wachsen.
Die Kontrolle ist der Kern der Behandlung: zwei bis vier Ultraschalle, teils mit Östradiolbestimmung. Erreicht ein Follikel 17–18 mm, löst eine Spritze den Eisprung rund sechsunddreißig Stunden später aus.
Was sie bringt
Die Stimulation legt einige Prozentpunkte auf die Schwangerschaftsrate pro Zyklus drauf. Das ist bescheiden und erwartbar: sie korrigiert nur einen Faktor. Bei einer Frau ohne Eisprung ist der Gewinn dagegen enorm — von null auf normal.
Nach sechs Zyklen mit Eisprung ohne Schwangerschaft bringt Weitermachen nichts mehr: dann wird die Methode gewechselt.
Risiken und die Regel dagegen
Das Hauptrisiko ist die Mehrlingsschwangerschaft. Wachsen drei oder mehr Follikel, muss der Zyklus abgebrochen werden — keine Auslösespritze, Verhütung bis zur Regel. Das ist nach zehn Tagen Spritzen frustrierend und trotzdem richtig: eine Drillingsschwan gerschaft ist kein Erfolg, sondern eine Komplikation.
Was selten gesagt wird
Terminierter Verkehr hat einen Preis, den kein Protokoll misst: Sexualität wird zum Termin. Viele Paare berichten von nachlassender Lust, manche Männer erstmals von Erektionsproblemen am Stichtag. Das ist nicht krankhaft und lässt sich einplanen — einen Tag verschieben, oder mehrfach im Zeitfenster statt einmal zur Stunde.
