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Das Land in Kürze
Brasilien hat nach den Vereinigten Staaten die größte Bevölkerung deutscher Abstammung der Welt: fünf bis zwölf Millionen Menschen, je nach Zählung. Am 25. Juli 1824 gründeten die ersten Einwanderer São Leopoldo im Rio Grande do Sul — der Tag ist heute der brasilianische Tag der deutschen Einwanderung —, und bis 1939 folgten rund 250 000 Deutsche: Bauern aus dem Hunsrück, Pommern und Westfalen in die Kolonien des Südens (Blumenau, 1850 vom Apotheker Hermann Blumenau gegründet, Joinville, Pomerode, Santa Cruz do Sul, Novo Hamburgo), Pommern nach Espírito Santo, später Ingenieure und Kaufleute nach São Paulo, wo seit Volkswagen do Brasil 1953 mehr als tausend deutsche Unternehmen sitzen. Im Süden sprechen noch ein bis drei Millionen Menschen Riograndenser Hunsrückisch, das Oktoberfest von Blumenau ist das zweitgrößte der Welt, und Pomerode nennt sich die deutscheste Stadt Brasiliens — obwohl Getúlio Vargas' Nationalisierungskampagne 1938 bis 1945 die deutsche Sprache in Schulen und Zeitungen verbot.
Rechtlich ist Brasilien ein Bundesstaat mit einheitlichem Familienrecht: das Zivilgesetzbuch von 2002 regelt Ehe, união estável, die direkte Scheidung ohne Frist seit 2010, Erbfolge und Güterstände in allen Bundesstaaten, und das Oberste Bundesgericht hat vieles davon neu gezeichnet — Ehe für alle 2013, Erbrecht des Partners 2017, Entkriminalisierung des Marihuanabesitzes 2024. Schwangerschaftsabbruch bleibt außer bei Vergewaltigung, Lebensgefahr und Anenzephalie ein Verbrechen, die Kinderwunschmedizin ist offen, aber nur ärztlich geregelt, das Gesetz Maria da Penha gegen häusliche Gewalt gehört zu den vollständigsten der Welt, und das Gesundheitssystem SUS ist kostenlos und universell. Die Seiten unten geben für jedes Thema die brasilianische Regel, das Verfahren und die Anlaufstellen — und für Deutsche das, was zwischen beiden Ländern zählt: Apostille und beeidigte Übersetzung, Anerkennung von Scheidungen (§ 107 FamFG in Deutschland, averbação oder STJ in Brasilien), das Sozialversicherungsabkommen von 2013, das seit 2006 fehlende Doppelbesteuerungsabkommen, die Haager Übereinkommen und die Konsulate in Brasília, São Paulo, Rio, Porto Alegre und Recife.
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