Was die Studien sagen
Die Partnerschaftszufriedenheit sinkt nach einer Geburt im Durchschnitt. Das ist einer der am verlässlichsten replizierten Befunde der Paarpsychologie, und er hat zwei Eigenschaften, die selten mitzitiert werden: Der Rückgang ist ein Durchschnitt — ein Teil der Paare erlebt ihn nicht — und er ist bei Müttern stärker, was nicht rätselhaft ist, wenn man sieht, wer nachts aufsteht und wessen Erwerbsverlauf unterbrochen wird.
Die Ursache ist nicht das Kind. Es sind drei gleichzeitige Dinge: anhaltender Schlafmangel, das Verschwinden der Zeit zu zweit und eine Aufteilung der Hausarbeit, die abrupt kippt — oft ohne je zum alten Gleichgewicht zurückzukehren. Gut durch diese Zeit kommen die Paare, die an diesen drei Punkten ansetzen, nicht die, die sich mehr lieben.
Die ersten Monate, konkret
- Schlaf wird ausdrücklich geteilt. Nächte abwechseln oder die Nacht in zwei Blöcke teilen ergibt zwei müde Eltern statt eines erschöpften und eines schuldbewussten.
- Aufgaben werden neu entschieden, nicht fortgeschrieben. Die alte Aufteilung hält nicht mehr; die, die sich während der Elternzeit von selbst einstellt, wird endgültig, wenn sie beim Wiedereinstieg niemand neu verhandelt.
- Eine geschützte Stunde pro Woche zu zweit. Nicht romantisch, sondern logistisch: der einzige Moment, in dem es um etwas anderes geht als um Organisation.
- Früh um Hilfe bitten. Eine dritte Person, ein paar Stunden pro Woche, verändert mehr als jeder Ratschlag.
Was keine Müdigkeit ist
Traurigkeit über zwei Wochen hinaus, Interesselosigkeit an allem, dauernde Angst oder Gedanken, die Angst machen, sind kein „Babyblues“: Eine postpartale Depression betrifft etwa jede achte Frau — und auch Väter. Sie ist behandelbar und dauert früh behandelt kurz. Es bei der Ärztin, der Hebamme oder in der Nachsorge anzusprechen, ist keine Übertreibung. Siehe psychische Gesundheit.
Elternzeit verändert das Ergebnis
Ein Punkt, bei dem die Daten übereinstimmen: Nimmt der zweite Elternteil eine lange, nicht übertragbare Auszeit, bleibt die Aufgabenteilung noch Jahre später ausgeglichener, und die Lohnlücke wächst weniger. Das ist keine moralische, sondern eine Gewöhnungswirkung: Wer acht Wochen allein für einen Säugling verantwortlich war, kann es — und macht weiter.
Dauer, Bezahlung und der für jeden Elternteil reservierte Anteil unterscheiden sich vollständig von Land zu Land. Siehe auch Kinderbetreuung und was sie wirklich kostet.
Wieder ein Paar werden
Die Lust kehrt nicht zu einem festen Termin zurück und nicht, weil man beschließt, es sei so weit. Zurück bringt sie zuerst der Schlaf, dann das Gefühl, zwei Erwachsene zu sein und nicht zwei Funktionen.
