Für wen
Verschlossene oder fehlende Eileiter, Endometriose, wiederholt erfolglose Inseminationen, höheres Alter der Frau, lang bestehende unerklärte Unfruchtbarkeit — oder ein Spermiogramm, das eine ICSI erfordert.
Der Zyklus, Tag für Tag
- Tag 1 bis 10–12: Stimulation. Täglich eine Spritze unter die Haut, zur gleichen Uhrzeit, die man selbst setzen lernt. Ein zweites Medikament verhindert einen vorzeitigen Eisprung. Drei bis fünf Ultraschalle mit Blutentnahme, oft um sieben Uhr morgens: das ist die größte Belastung, mehr als die Spritzen.
- Die Auslösung. Eine Spritze zur exakten Uhrzeit, fünfunddreißig bis sechsunddreißig Stunden vor der Punktion. Die Uhrzeit ist keine Empfehlung.
- Die Punktion. Zwanzig Minuten, vaginal unter Ultraschall, in örtlicher Betäubung oder leichter Narkose. Im Schnitt acht bis zwölf Eizellen. Danach ein bis zwei Tage regelähnliche Schmerzen.
- Das Labor. Eizellen und Spermien werden am selben Tag zusammengebracht; die Befruchtung wird am Morgen darauf geprüft. Die Embryonen werden zwei bis sechs Tage kultiviert.
- Der Transfer. Schmerzfrei, ohne Narkose, wenige Minuten. In aller Regel ein einziger Embryo; die übrigen werden vitrifiziert.
- Das Warten. Zwölf bis vierzehn Tage. Keine Vorsichtsmaßnahme verbessert die Chancen — weder Bettruhe noch Diät. Strikte Schonung war in Studien sogar mit schlechteren Ergebnissen verbunden.
Zahlen richtig lesen
Ein Zentrum kann eine Rate pro Transfer, pro Punktion oder pro begonnenem Zyklus nennen — das sind verschiedene Zahlen. Für ein Paar zählt nur die kumulative Lebendgeburtenrate nach Verwendung aller Embryonen einer Punktion. Sie hängt vor allem vom Alter ab.
Was der Weg jenseits des Geldes kostet
Ein Zyklus dauert rund sechs Wochen und verlangt ein Dutzend frühe Termine. Müdigkeit, Anspannung in der Beziehung und das Warten wiegen so schwer wie die Medikamente. Zentren, die psychologische Begleitung anbieten, tun das nicht aus Höflichkeit.
