Wer die Zahlen erhebt
Erhoben werden die Zahlen entweder vom nationalen Statistikamt oder — wo es keine amtliche Statistik gibt — aus den Meldungen der Standesämter. Die Ergebnisse unterscheiden sich leicht, je nachdem ob nur erste Vornamen oder alle gezählt werden. Wer die Listen jeweils veröffentlicht, steht unten nach Land aufgeführt.
Die aktuellen Spitzenreiter
Die Spitzengruppe ähnelt sich über Sprachgrenzen hinweg erstaunlich stark: kurze, vokalreiche, international aussprechbare Namen. Die Unterschiede zwischen Ländern liegen weniger in den Namen selbst als im Tempo — dieselbe Mode kommt oft mit einigen Jahren Versatz an — und im Gewicht der jeweiligen Sprachtraditionen.
Auffällig ist, wie ähnlich sich die Listen europaweit geworden sind: kurze, vokalreiche, international aussprechbare Namen dominieren überall.
Wie Moden verlaufen
Namen folgen typischerweise einer Glockenkurve über etwa dreißig bis vierzig Jahre: langsamer Anstieg, Höhepunkt, rascher Absturz. Ein Name, der gerade sehr populär ist, wird deshalb für die nächste Generation alt klingen — und für die übernächste wieder charmant. Der Großmutter-Effekt beschreibt genau das: Namen kehren nach rund hundert Jahren zurück, wie Emma, Frieda, Paul oder Oskar.
Was Statistiken nicht hergeben
Regelmäßig kursieren Behauptungen, bestimmte Namen sagten etwas über Schulnoten oder Berufsaussichten. Dahinter stehen fast immer soziale Unterschiede, nicht die Namen selbst: Wer welchen Namen wählt, hängt von Bildung, Region und Milieu ab — und diese Faktoren erklären die Unterschiede, nicht die Buchstaben (siehe Name und Persönlichkeit).
