Was es gibt
- Single-Partys. Die größte Europas heißt Fisch sucht Fahrrad: seit den 1990er-Jahren in Berlin, heute auch in Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Hannover und Leipzig, mit Namensschild, Flirt-Spielen und Speed-Dating-Runden, Eintritt 15 bis 25 €. Dazu die Ü30-, Ü40- und Ü50-Partys, die es in fast jeder deutschen Stadt gibt (nicht alle sind Single-Partys, aber alle funktionieren so), in Wien die Single-Partys im Prater und die Ballsaison mit ihren rund 450 Bällen zwischen November und Fasching, in Zürich und Bern die Single-Events der Clubs.
- Afterworks für Singles: eine Bar unter der Woche von 19 bis 23 Uhr, Eintritt 10 bis 20 € mit Getränk, ein farbiges Armband oder Schild, das sagt, dass man frei ist, oft Spiele zum Eisbrechen; angekündigt auf Meetup, Eventbrite und Facebook.
- Single-Dinner: Tische für sechs bis zehn Personen, nach Alter zusammengestellt, im Restaurant; 30 bis 60 € mit Essen. Variante: das Dinner im Dunkeln, bei dem man sich erst beim Nachtisch sieht.
- Abende mit Aktivität: Blind-Date-Kochkurs (ein deutscher Klassiker der Volkshochschulen und Kochschulen), Cocktail-Workshop, Weinprobe, Quiz, Escape Room, Tanzkurs (Salsa, Bachata, Discofox, Tango — Paartanzkurse waren schon immer einer der besten Orte zum Kennenlernen), Sonntagswanderung, Lauftreff, Kletterhalle. Die Aktivität macht das Gespräch; man „baggert“ nicht, man tut etwas zusammen.
- Feste und Bälle: Oktoberfest und Volksfeste, Karneval in Köln und Mainz, Schützenfeste, Tanztee am Sonntag für Senioren, Feuerwehrfeste, Vereinsfeste. Kostenlos oder fast, offen für alle, und wirksamer, als man denkt.
- Events der Dating-Portale: Parship, ElitePartner und LoveScout24 veranstalten gelegentlich Abende für Mitglieder; Bumble und die App Thursday (London, New York) haben Events zum Modell gemacht.
- Trends aus Amerika: Pitch-a-Friend, bei dem man auf der Bühne einen Single-Freund mit Folien „verkauft“; Lauftreffs als Datingszene; Abende mit abgegebenem Handy.
Wie man wählt
Drei Kriterien zählen: die Altersgruppe (eine „25–40“-Party mit 48 ist ein verlorener Abend), das Geschlechterverhältnis (gute Veranstalter schließen die Anmeldung eines Geschlechts, wenn die Lücke wächst, und sagen es), und die Größe: 30 bis 60 Personen erlauben, mit allen zu reden, 300 überlassen es dem Zufall. Dann der Ort (eine laute Bar passt nicht zu einem Dinner), Preis und Leistung, Stornobedingungen, Bewertungen — und ob es den Veranstalter wirklich gibt: eine letzten Monat erstellte Website, die einen Abend in einem Lokal verkauft, das nie davon gehört hat, ist ein klassischer Betrug. Auf Meetup, Eventbrite oder von einer bekannten Bar angekündigte Events sind sicherer.
Wie es wirklich läuft
Man kommt allein (die meisten) oder zu zweit; man zahlt, bekommt Schild oder Armband, holt sich ein Getränk. Die ersten zwanzig Minuten sind die schwersten: alle warten, dass jemand anfängt. Die Moderatoren starten oft ein Spiel — Schlösser und Schlüssel, Team-Quiz, „finde jemanden, der …“ — genau deshalb. Dann folgen die Gespräche, kurz, man geht herum, man kommt zurück. Paare, die sich noch am selben Abend finden, sind selten; was funktioniert, ist der Nummerntausch und das Date in der Woche darauf — deshalb lohnt es sich, etwas zum Schreiben dabeizuhaben und nicht zu viel zu trinken. Stammgäste gibt es überall; sie kennen den Veranstalter, machen Stimmung und sind nicht unbedingt da, um jemanden kennenzulernen. Das ist nicht schlimm: eine Single-Party ist zuerst eine Party.
Sicherheit und Umgangsformen
- Öffentlicher Ort, Glas in der Hand behalten, jemandem sagen, wo man ist: die Regeln des ersten Dates gelten auch für den Abend.
- Ein Nein wird einmal gesagt und einmal gehört. Seriöse Veranstalter schließen Aufdringliche aus; melden Sie sie.
- Keine Fotos anderer Teilnehmer in sozialen Netzwerken ohne deren Zustimmung — viele wollen nicht, dass die Kollegen wissen, dass sie da waren.
- Alkohol: ein gelungener Abend endet mit einer Nummer, nicht mit einem Filmriss.
- Betrug gibt es auch offline: die charmante Person, die „ihre Karte vergessen“ hat, der falsche Veranstalter, die falsche Party. Mit Karte zahlen, nie per Überweisung an eine Privatperson.
Siehe auch Speed-Dating, besondere Treffen (trans Abende, religiöse, Senioren, Expats …), sich über Aktivitäten kennenlernen und Dating ab 50.
