Format schlägt Aufwand
Ein Kaffee oder ein Spaziergang von einer Stunde ist einem aufwendigen Abendessen überlegen: Es kostet wenig, lässt sich leicht verlängern, wenn es gut läuft, und höflich beenden, wenn nicht. Ein gebuchtes Vier-Gänge-Menü zwingt beide, drei Stunden lang so zu tun, als passe es.
Das Gespräch
- Fragen stellen und zuhören — Studien zeigen, dass Menschen, die Nachfragen stellen, als sympathischer bewertet werden.
- Nicht in ein Bewerbungsgespräch verfallen: Beruf, Wohnung, Auto sind selten das, was hängen bleibt.
- Etwas von sich preisgeben. Gegenseitige, schrittweise Offenheit ist der am besten belegte Mechanismus für Nähe.
- Ex-Partner, Geld und schwere Themen können warten.
- Das Handy bleibt weg.
Nervosität
Sie ist normal und meist unsichtbarer, als man denkt. Es hilft, das Ziel zu ändern: nicht „gefallen“, sondern herausfinden, ob die andere Person zu Ihnen passt. Das nimmt Druck und macht Sie nebenbei interessanter.
Sicherheit
- Öffentlicher Ort, eigene Anreise, eigenes Getränk im Blick behalten.
- Eine Vertrauensperson weiß, wo Sie sind; Standort teilen.
- Keine Wohnadresse beim ersten Treffen.
- Wenn etwas unangenehm wird: gehen. Sie schulden niemandem Höflichkeit auf Kosten Ihres Sicherheitsgefühls. In vielen Lokalen gibt es Codewörter, mit denen man unauffällig um Hilfe bitten kann; die Formel unterscheidet sich je nach Land und Kampagne, das Personal kennt sie.
Danach
Wenn es Ihnen gefallen hat, sagen Sie es — am selben Abend oder am nächsten Tag. Taktisches Warten hat keinen belegten Nutzen. Wenn Sie kein Interesse haben, ist eine kurze, klare Nachricht freundlicher als Schweigen. Ghosting ist bequem für die eine und verletzend für die andere Seite.
Häufige Fragen
Wo trifft man sich am besten?
An einem öffentlichen Ort, den Sie selbst vorschlagen und erreichen können, mit einem klaren Zeitrahmen — ein Kaffee von einer Stunde ist einem Abendessen vorzuziehen, weil beide Seiten ohne Erklärung gehen können. Sagen Sie einer Vertrauensperson, wo Sie sind.
Worüber spricht man?
Über Konkretes statt über Lebensbilanzen: was jemand diese Woche gemacht hat, worüber er sich freut, was ihn ärgert. Die klassischen Fehler sind das Vorstellungsgespräch in Frageform und der Monolog. Eine gute Faustregel ist, ungefähr so viel zu fragen wie zu erzählen.
Wer zahlt?
Am unkompliziertesten ist, getrennt zu zahlen oder abwechselnd einzuladen, und es beim Bestellen kurz anzusprechen statt beim Bezahlen. Die Frage ist selten ein Problem — peinlich wird sie nur, wenn niemand sie stellt.
