Das Minimalprogramm, das reicht
- Milde Reinigung, morgens und abends. Häufiges Waschen mit aggressiven Produkten verschlechtert fast jedes Hautbild.
- Feuchtigkeitspflege, passend zum Hauttyp.
- Sonnenschutz – der mit Abstand wirksamste Anti-Aging-Schritt und zugleich Krebsprävention. UV-Strahlung verursacht den Großteil der sichtbaren Hautalterung.
Wirkstoffe mit belastbarer Evidenz sind überschaubar: Retinoide gegen Falten und Akne, Vitamin C als Antioxidans, Niacinamid, Azelainsäure und Salicylsäure. Fast alles andere ist Komfort oder Marketing.
Akne ist keine Frage der Hygiene
Sie entsteht durch Talg, Verhornung, Bakterien und Entzündung — Schrubben macht es schlimmer. Bei leichter Akne helfen Benzoylperoxid und topische Retinoide, bei mittelschwerer bis schwerer Form gibt es wirksame verschreibungspflichtige Behandlungen. Wichtig: Früh behandeln spart Narben. Bei Frauen mit später Akne, unregelmäßigem Zyklus und vermehrter Körperbehaarung lohnt die Abklärung auf ein PCO-Syndrom.
Haare
Haarausfall ist meist anlagebedingt und läuft bei Männern wie Frauen nach typischem Muster ab. Belegt wirksam sind Minoxidil äußerlich und, bei Männern, Finasterid — beides nur, solange man es anwendet. Plötzlicher diffuser Ausfall hat oft eine Ursache, die sich finden lässt: Eisenmangel, Schilddrüsenstörung, Infekt, Medikament, starkes Untergewicht, Zeit nach einer Geburt.
Wann zur Dermatologie
Bei neuen oder sich verändernden Muttermalen (die ABCDE-Regel: Asymmetrie, Begrenzung, Colorit, Durchmesser, Entwicklung), bei nicht heilenden Stellen, bei starker oder vernarbender Akne und bei plötzlichem Haarausfall. Ein Hautkrebsscreening wird je nach Land ab einem bestimmten Alter regelmäßig übernommen oder nur risikoabhängig empfohlen und dann teilweise selbst bezahlt.
