Andere Ordnungen
- Island – statt Familiennamen gibt es Patronyme: Jón Sigurðsson ist Jóns Sohn, Sigurður. Telefonbücher sind nach Vornamen sortiert, und die Namenskommission prüft Neuzugänge.
- Spanien und Lateinamerika – zwei Nachnamen, der erste vom Vater, der zweite von der Mutter; seit einer Reform kann die Reihenfolge frei bestimmt werden.
- Ungarn, China, Japan, Korea – der Familienname steht voran.
- Russland – Vorname, Vatersname und Familienname; die höfliche Anrede kombiniert die ersten beiden.
- Arabischer Raum – Namensketten aus Eigenname, Vatersname und Herkunfts- oder Stammesname.
- Indonesien – viele Menschen führen nur einen einzigen Namen, was bei internationalen Formularen regelmäßig zu Problemen führt.
- Äthiopien – der Vorname des Vaters wird als zweiter Name geführt; einen Familiennamen im europäischen Sinn gibt es nicht.
Wie streng die Staaten sind
Island, Dänemark und Ungarn führen Listen zugelassener Vornamen, von denen abzuweichen ein Genehmigungsverfahren erfordert. Frankreich hat seine Vornamenliste 1993 abgeschafft; heute schreitet nur ein Gericht ein, wenn der Name dem Kind schadet. Deutschland, Österreich und die Schweiz stehen dazwischen: keine Liste, aber eine Prüfung im Einzelfall. In Neuseeland werden jedes Jahr Namen abgelehnt, die einem Titel ähneln.
Namen und Migration
Wer zwischen Sprachräumen lebt, kennt das Problem: Umlaute und Sonderzeichen werden von Systemen verschluckt, Namensketten passen nicht in Formularfelder mit „Vorname/Nachname“, Transkriptionen weichen von Dokument zu Dokument ab. Praktischer Rat: Legen Sie sich auf eine Schreibweise fest und verwenden Sie sie überall — Abweichungen zwischen Pass, Diplom und Bankkonto verursachen später den meisten Aufwand.
