Sexuelle Orientierung — Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft)

Nach den Niederlanden das zweite Land der Welt mit der Eheöffnung, und seit 2023 ein Verbot von Konversionspraktiken.

Übersichtskarte — Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft) — Sexuelle Orientierung
Belgien (Deutschsprachige Gemeinschaft). Vereinfachte Übersichtskarte — Natural-Earth-Daten, gemeinfrei.

Die Rechtsgrundlage

Die Ehe steht gleichgeschlechtlichen Paaren seit 2003 offen, die Adoption seit 2006. Ein Gesetz vom Juli 2023 macht sogenannte Konversionspraktiken zur Straftat, mit Freiheitsstrafe, Geldstrafe und möglichem Berufsverbot. Das Antidiskriminierungsrecht erfasst die sexuelle Orientierung in Beschäftigung, Wohnraum und Dienstleistungen; das zuständige Institut kann kostenlos angerufen werden, auch auf Deutsch.

Belgien war nach den Niederlanden das zweite Land der Welt, das die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnete, und gilt seither in europäischen Vergleichen als eines der fortschrittlichsten. Seit 2023 sind Konversionspraktiken verboten, einschliesslich der Bewerbung und der Vermittlung. Der Diskriminierungsschutz ist föderal und regional geregelt, was die Zuständigkeiten unübersichtlich macht — das Institut Unia ist der zentrale Einstieg.

Die wichtigsten Punkte

EheSeit 2003; Adoption seit 2006
KonversionspraktikenSeit Juli 2023 Straftat
SanktionenFreiheitsstrafe, Geldstrafe und Berufsverbot bis zu fünf Jahren
DiskriminierungVerboten in Beschäftigung, Wohnraum und Dienstleistungen
AnlaufstelleÖffentliches Institut, kostenlose Anrufung
Deutschsprachige GemeinschaftEigene Anlaufstellen, Beratung auf Deutsch
GeschlechtseintragÄnderung durch Erklärung seit 2018

In der Praxis

Kosten und Übernahme

Die Verfahren vor dem öffentlichen Institut sind kostenlos.

Aktuelle Entwicklungen

Das Verbot von Konversionspraktiken ist 2023 in Kraft getreten. Belgien hat zudem die Verfahren zur Änderung des Personenstands vereinfacht und arbeitet an einer Reform, die nicht-binäre Eintragungen ermöglichen soll.

Anlaufstellen

Gut zu wissen

Das Verbot von 2023 richtet sich gegen Praktiken, nicht gegen Überzeugungen. Eine religiöse Auffassung bleibt frei; sie in Sitzungen oder Kursen umzusetzen, wird strafbar.

Häufige Fragen

Sind Konversionspraktiken in Belgien verboten?

Ja, seit 2023. Das Verbot erfasst die Durchführung, die Bewerbung und die Vermittlung solcher Praktiken und sieht Strafen vor. Belgien gehört damit zu den wenigen europäischen Ländern mit einem umfassenden Verbot, das nicht auf Minderjährige beschränkt ist.

An welche Stelle wendet man sich?

An Unia, das interföderale Zentrum für Chancengleichheit, das Meldungen entgegennimmt, kostenlos berät und Verfahren begleiten kann. In der Deutschsprachigen Gemeinschaft gibt es eine eigene Anlaufstelle und Beratung auf Deutsch.

Offizielle Quellen und Links

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