Die Rechtsgrundlage
Namibia verbindet römisch-holländisches Recht mit modernen Gesetzen; Amtssprache ist Englisch, Deutsch ist anerkannte Nationalsprache. Ein eigenes Recht am eigenen Bild kennt das namibische Recht nicht, und ein Straftatbestand zur nicht einvernehmlichen Verbreitung intimer Aufnahmen besteht bislang nicht. Betroffene stützen sich auf die actio iniuriarum wegen Verletzung der Würde, auf das Combating of Domestic Violence Act, wenn der Täter Partner oder Ex-Partner ist, sowie auf Erpressungs- und Belästigungstatbestände.
Ein Gesetz zum Bildnisschutz fehlt in Namibia. Der Schutz läuft über die Verfassungsgarantie der Würde, über die Tatbestände der Belästigung und über das Gesetz zum Schutz vor häuslicher Gewalt, das Schutzanordnungen ermöglicht — auch gegen die Verbreitung von Bildern durch einen früheren Partner. Diese Schutzanordnung ist in der Praxis das wirksamste Instrument.
Die wichtigsten Punkte
| Kein Bildnisrecht | Keine gesetzliche Regelung zum Recht am eigenen Bild |
|---|---|
| Actio iniuriarum | Zivilrechtlicher Anspruch wegen Verletzung der Würde |
| Häusliche Gewalt | Schutzanordnung, wenn Täter Partner oder Ex-Partner ist – der praktisch wichtigste Weg |
| Erpressung | Strafbar, wenn Geld oder Handlungen gefordert werden |
| Kinder | Strenge Straftatbestände beim Child Care and Protection Act |
| Gesetzgebung | Ein Gesetz zur Cyberkriminalität ist in Vorbereitung |
In der Praxis
- Wenn der Täter ein Partner oder Ex-Partner ist, sofort eine Schutzanordnung beim Magistrates' Court beantragen: kostenlos und schnell.
- Alles mit Datum sichern, bevor Sie Löschung verlangen.
- Die Plattform direkt über ihr Meldeformular kontaktieren – das ist meist der einzige schnelle Weg zur Entfernung.
- Bei Minderjährigen sofort die Polizei einschalten: Hier greifen strenge Straftatbestände.
Kosten und Übernahme
Der Antrag auf eine Schutzanordnung ist gebührenfrei und kann ohne Anwalt gestellt werden. Zivilklagen sind teuer; das Legal Assistance Centre unterstützt Betroffene.
Aktuelle Entwicklungen
Die Gerichte wenden die Schutzanordnungen zunehmend auch auf digitale Belästigung an; ein eigenes Gesetz zu Bildrechten und Datenschutz bleibt in Vorbereitung.
Anlaufstellen
- Magistrates' Courts für Schutzanordnungen.
- GBV-Schutzeinheiten der Polizei.
- Legal Assistance Centre.
Gut zu wissen
Die Schutzanordnung nach dem Gesetz über häusliche Gewalt ist derzeit das wirksamste Instrument: Sie kann die Weiterverbreitung ausdrücklich verbieten, auch wenn kein eigener Straftatbestand besteht.
Häufige Fragen
Was ist eine Schutzanordnung?
Eine gerichtliche Anordnung nach dem Combating of Domestic Violence Act, die einer Person bestimmte Handlungen untersagt — einschliesslich der Verbreitung von Bildern und der Kontaktaufnahme. Sie wird beim Magistrate's Court beantragt, kann dringlich ergehen und ist bei Zuwiderhandlung strafbewehrt.
Wie bekommt man ein Bild aus dem Netz?
Zuerst bei der Plattform melden — das geht am schnellsten und ist kostenlos; halten Sie Bildschirmfotos mit URL und Datum fest, bevor Sie melden. Parallel die verbreitende Person schriftlich zur Löschung auffordern, mit Frist. Bleibt das erfolglos, folgen die Unterlassungsklage im Eilverfahren und, bei intimen Aufnahmen, die Strafanzeige. Suchmaschinen entfernen Treffer auf gesonderten Antrag.
Offizielle Quellen und Links
- UN-Menschenrechtsbüro — ratifizierte Verträge und Länderprüfungen
