Weibliche Genitalverstümmelung — Liechtenstein

Erfasst von den Körperverletzungsdelikten, mit faktisch keinen dokumentierten Fällen.

Übersichtskarte — Liechtenstein — Weibliche Genitalverstümmelung
Liechtenstein. Vereinfachte Übersichtskarte — Natural-Earth-Daten, gemeinfrei.

Die Rechtsgrundlage

Das Fürstentum kennt keinen eigenen Tatbestand; die Verstümmelung weiblicher Genitalien wäre als schwere Körperverletzung zu verfolgen, mit Strafschärfung bei Minderjährigen. Dokumentierte Fälle gibt es faktisch nicht. Versorgung und Beratung erfolgen über Einrichtungen in der Ostschweiz.

Liechtenstein kennt keinen eigenen Straftatbestand für die Verstümmelung weiblicher Genitalien; die Tat wird über die schwere Körperverletzung des Strafgesetzbuchs erfasst, die österreichischem Vorbild folgt. Die Zahl der Betroffenen im Land ist sehr klein, weshalb die Versorgung faktisch über die Schweiz und Österreich läuft — ein Muster, das für viele Spezialthemen in einem Land dieser Größe gilt.

Die wichtigsten Punkte

RechtsgrundlageKörperverletzungsdelikte des Strafgesetzbuchs
EinwilligungNach den allgemeinen Grundsätzen unwirksam bei schweren Eingriffen
PrävalenzKeine dokumentierten Fälle
MeldungAn das Amt für Soziale Dienste und die Landespolizei
VersorgungÜber Spezialsprechstunden in der Ostschweiz
AsylDas Risiko einer Beschneidung ist als Schutzgrund anerkannt

In der Praxis

Kosten und Übernahme

Die medizinisch notwendige Behandlung trägt die obligatorische Krankenversicherung, auch wenn sie im Ausland erbracht wird. Beratung und Opferhilfe sind kostenlos.

Aktuelle Entwicklungen

Die Opferhilfe und das Amt für Soziale Dienste arbeiten enger mit den spezialisierten Zentren in der Ostschweiz zusammen, damit Betroffene nicht auf eine Versorgung im eigenen Land angewiesen sind.

Anlaufstellen

Gut zu wissen

Das Fehlen eines eigenen Tatbestands bedeutet nicht Straflosigkeit: Die Tat wäre als schwere Körperverletzung zu verfolgen.

Häufige Fragen

Gibt es in Liechtenstein eine spezielle Strafnorm?

Nein, aber das ändert nichts an der Strafbarkeit: Der Eingriff erfüllt den Tatbestand der schweren Körperverletzung, und eine Einwilligung der Eltern ist unwirksam. Dass keine eigene Norm besteht, bedeutet also keine Lücke, sondern nur eine andere gesetzestechnische Einordnung.

Wo finden Betroffene Hilfe?

Im Land beraten das Amt für Soziale Dienste und die Opferhilfestelle kostenlos und vertraulich. Für die medizinische Versorgung und die Rekonstruktion wird an spezialisierte Zentren in der Schweiz oder in Vorarlberg überwiesen; die obligatorische Krankenversicherung übernimmt die notwendige Behandlung.

Offizielle Quellen und Links

← Alle Länder Der allgemeine Artikel zum Thema →

Seite geprüft im September 2026. Die genannten Rechtstexte können sich ändern: Im Zweifel bei der genannten amtlichen Quelle bestätigen.

Diese Seite in der Sitemap finden

Eine Frage, eine Korrektur, ein Vorschlag? Schreiben Sie uns.