Sexuelle Orientierung — Schweiz

Ehe für alle seit Juli 2022 nach Volksabstimmung, und eine Strafnorm, die die sexuelle Orientierung schützt.

Übersichtskarte — Schweiz — Sexuelle Orientierung
Schweiz. Vereinfachte Übersichtskarte — Natural-Earth-Daten, gemeinfrei.

Die Rechtsgrundlage

Die Ehe für alle ist am 1. Juli 2022 in Kraft getreten, nachdem sie in einer Volksabstimmung deutlich angenommen worden war; damit wurden auch die gemeinsame Adoption und der Zugang zur Samenspende für verheiratete Frauenpaare geöffnet. Seit 2020 sind öffentliche Diskriminierung und Aufruf zu Hass wegen der sexuellen Orientierung strafbar. Der Änderung des Geschlechtseintrags genügt seit 2022 eine Erklärung beim Zivilstandsamt.

Die Ehe für alle wurde in der Schweiz nicht durch Parlament oder Gericht allein entschieden, sondern in einer Volksabstimmung mit deutlicher Mehrheit angenommen und trat im Juli 2022 in Kraft. Seither steht verheirateten Frauenpaaren auch die Samenspende offen. Ergänzt wird das durch eine Strafnorm, die öffentliche Diskriminierung und Aufrufe zu Hass wegen der sexuellen Orientierung erfasst — ebenfalls per Volksabstimmung eingeführt.

Die wichtigsten Punkte

EheSeit 1. Juli 2022, nach Volksabstimmung
Adoption und SamenspendeFür verheiratete Frauenpaare mit derselben Reform geöffnet
StrafnormDiskriminierung und Aufruf zu Hass wegen sexueller Orientierung strafbar seit 2020
GeschlechtseintragÄnderung durch Erklärung beim Zivilstandsamt seit 2022
KonversionsmassnahmenIn mehreren Kantonen verboten; keine bundesweite Regelung
GeschlechtsidentitätVon der Strafnorm nicht erfasst
BlutspendeKriterien nach individüllem Verhalten

In der Praxis

Kosten und Übernahme

Beratung durch die Verbände ist kostenlos; ein Zivilverfahren verursacht Kosten.

Aktuelle Entwicklungen

Seit Juli 2022 gilt die Ehe für alle; die Umwandlung eingetragener Partnerschaften ist unkompliziert möglich. Die Ausweitung der Strafnorm auf die Geschlechtsidentität wird politisch diskutiert.

Anlaufstellen

Gut zu wissen

Die Strafnorm schützt die sexuelle Orientierung, nicht die Geschlechtsidentität. Bei Äusserungen gegen trans Personen führen daher andere, meist zivilrechtliche Wege zum Ziel.

Häufige Fragen

Was änderte sich mit der Ehe für alle?

Bestehende eingetragene Partnerschaften können in eine Ehe umgewandelt werden, neue werden nicht mehr begründet. Verheirateten Frauenpaaren steht die Samenspende in der Schweiz offen, und die Kindesverhältnisse entstehen von Gesetzes wegen. Für ausländische Ehepartner gelten dieselben Regeln wie für alle Ehepaare.

Was schützt die Strafnorm?

Sie stellt die öffentliche Herabsetzung und Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung sowie den Aufruf zu Hass unter Strafe. Nicht erfasst ist die Geschlechtsidentität — eine Lücke, auf die Beratungsstellen regelmäßig hinweisen.

Offizielle Quellen und Links

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