Liebesbetrug — Schweiz

Ein Meldeformular des Bundesamts für Cybersicherheit, Anzeige bei der Kantonspolizei — und keine gesetzliche Erstattungspflicht.

Übersichtskarte — Schweiz — Liebesbetrug
Schweiz. Vereinfachte Übersichtskarte — Natural-Earth-Daten, gemeinfrei.

Die Rechtsgrundlage

Das Bundesamt für Cybersicherheit betreibt ein Meldeformular, das in die nationalen Lagebilder und die wöchentlichen Warnungen einfließt. Die Strafanzeige erfolgt bei der Kantonspolizei, in vielen Kantonen online. Anders als im EU-Raum gibt es keine gesetzliche Erstattungspflicht für nicht autorisierte Zahlungen: Maßgeblich sind die allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank.

Die Schweiz kennt keine gesetzliche Erstattungspflicht wie das europäische Zahlungsdiensterecht: Ob eine Bank einen Schaden übernimmt, richtet sich nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und danach, ob der Kundin grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen wird. Das macht die schnelle Meldung umso wichtiger. Das Bundesamt für Cybersicherheit stellt ein Meldeformular bereit, die Anzeige selbst nimmt die Kantonspolizei entgegen.

Die wichtigsten Punkte

MeldungFormular des Bundesamts für Cybersicherheit
AnzeigeKantonspolizei; in vielen Kantonen online möglich
Phishing meldenNationaler Meldedienst für Phishing-Links
ErstattungKeine gesetzliche Pflicht; es gelten die Bank-AGB
KartensperrungSperrnummer des Herausgebers, rund um die Uhr
OmbudsstelleSchweizerischer Bankenombudsman, kostenlos
WarnungenWöchentliche Publikation laufender Betrugskampagnen

In der Praxis

Kosten und Übernahme

Meldung, Anzeige und Ombudsverfahren sind kostenlos.

Aktuelle Entwicklungen

Das Bundesamt für Cybersicherheit hat das Meldeformular vereinfacht und veröffentlicht regelmäßige Lagebilder; für Unternehmen besteht inzwischen eine Meldepflicht für bestimmte Cybervorfälle.

Anlaufstellen

Gut zu wissen

Der fehlende gesetzliche Erstattungsanspruch ist der größte Unterschied zu den Nachbarländern. Wer betroffen ist, sollte früh schriftlich argumentieren und bei Ablehnung den Ombudsman einschalten.

Häufige Fragen

Haftet die Bank in der Schweiz für Betrugsüberweisungen?

Nicht automatisch. Anders als im EU-Raum gibt es keine gesetzliche Erstattungspflicht; maßgeblich sind die Geschäftsbedingungen und die Frage der groben Fahrlässigkeit. Melden Sie den Vorfall sofort und schriftlich und bestehen Sie auf einer begründeten Antwort.

Welche Belege sollte man sichern?

Alles, bevor Sie irgendetwas löschen: Bildschirmfotos des Profils und der Nachrichten, die Kontonummer oder Wallet-Adresse des Empfängers, Überweisungsbelege, Telefonnummern und den Nutzernamen auf der Plattform. Ohne diese Angaben kann weder die Bank noch die Polizei etwas nachverfolgen. Melden Sie das Profil zusätzlich der Plattform, damit es gesperrt wird.

Offizielle Quellen und Links

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