Die Rechtsgrundlage
Seit 2014 übernimmt die obligatorische Krankenpflegeversicherung die Leistungen der Mutterschaft ohne Franchise und ohne Selbstbehalt: Vorsorge, Geburt und Kontrollen kosten nichts. Der Mutterschaftsurlaub dauert vierzehn Wochen und wird über die Erwerbsersatzordnung mit achtzig Prozent des Lohns entschädigt. Seit 2021 besteht ein zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub.
Die Schweiz trennt strikt zwischen dem arbeitsrechtlichen Schutz und der Lohnfortzahlung: Das Arbeitsgesetz verbietet die Beschäftigung während acht Wochen nach der Geburt, die Erwerbsersatzordnung zahlt die Mutterschaftsentschädigung während vierzehn Wochen zu achtzig Prozent des Lohnes. Wer die Arbeit vorher wieder aufnimmt, verliert den Anspruch auf die restliche Entschädigung — ein Punkt, der regelmäßig zu Fehlentscheidungen führt.
Die wichtigsten Punkte
| Franchise | Keine Franchise und kein Selbstbehalt für Mutterschaftsleistungen |
|---|---|
| Vorsorge | Sieben Kontrollen und zwei Ultraschalluntersuchungen bei unauffälligem Verlauf |
| Mutterschaftsurlaub | Vierzehn Wochen zu achtzig Prozent des Lohns |
| Vaterschaftsurlaub | Zwei Wochen seit 2021 |
| Hebammen | Freiberufliche Leistungen inklusive Hausbesuchen sind gedeckt |
| Arbeitsverbot | Acht Wochen nach der Geburt darf nicht gearbeitet werden |
| Geburtsort | Spital, Klinik oder Geburtshaus |
In der Praxis
- Prüfen, ob die Versicherung die Befreiung von der Franchise tatsächlich anwendet – Abrechnungsfehler sind häufig.
- Die Hebammen-Nachsorge zu Hause vor der Spitalentlassung anmelden; sie ist gedeckt.
- Der Mutterschaftsurlaub beginnt erst mit der Geburt und kann nicht vorgezogen werden.
- Der Arbeitgeber darf in den acht Wochen nach der Geburt keine Arbeit verlangen.
Kosten und Übernahme
Mutterschaftsleistungen sind ohne Franchise und Selbstbehalt gedeckt.
Aktuelle Entwicklungen
Seit 2021 besteht ein zweiwöchiger Vaterschaftsurlaub, der über die Erwerbsersatzordnung entschädigt wird; zudem wurde ein Betreuungsurlaub für schwer erkrankte Kinder eingeführt. Weitergehende Modelle einer gemeinsamen Elternzeit sind politisch in Diskussion.
Anlaufstellen
- Freiberufliche Hebammen im Kanton.
- Geburtsabteilungen der Spitäler und Geburtshäuser.
- Mütter- und Väterberatungsstellen.
Gut zu wissen
Wer vor dem Termin aus gesundheitlichen Gründen aussetzt, erhält Krankentaggeld und nicht die Mutterschaftsentschädigung. Die Beträge unterscheiden sich deutlich.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Mutterschaftsurlaub in der Schweiz?
Vierzehn Wochen Mutterschaftsentschädigung zu achtzig Prozent des Lohnes, höchstens bis zu einem gesetzlichen Tageshöchstbetrag. Die ersten acht Wochen nach der Geburt besteht ein absolutes Arbeitsverbot. Nimmt die Mutter die Arbeit vor Ablauf der vierzehn Wochen wieder auf, endet der Anspruch vorzeitig.
Kostet die Schwangerschaftsvorsorge in der Schweiz etwas?
Die vorgesehenen Kontrolluntersuchungen, die Geburt und die Nachkontrolle sind von der Grundversicherung gedeckt, und ab der dreizehnten Schwangerschaftswoche entfallen Franchise und Selbstbehalt für Leistungen im Zusammenhang mit der Mutterschaft. Zusatzleistungen wie ein Einzelzimmer sind davon nicht erfasst.
