Die Rechtsgrundlage
Die antiretrovirale Therapie wird in Österreich über die Krankenversicherung finanziert und in spezialisierten Ambulanzen betreut. Anders als in Deutschland, der Schweiz, Belgien und Luxemburg wird die PrEP jedoch nicht erstattet: Wer sie nutzen möchte, zahlt Medikament und Kontrolluntersuchungen selbst. Generika haben die Kosten deutlich gesenkt, der Unterschied zu den Nachbarländern bleibt aber bestehen.
Österreich behandelt HIV gut und bezahlt die Therapie über die Krankenversicherung — bei der Vorsorge klafft aber eine Lücke: Die PrEP ist keine Kassenleistung. Medikament und Kontrolluntersuchungen zahlen Nutzerinnen und Nutzer selbst. Generika haben die Kosten gesenkt, der Abstand zu Deutschland, der Schweiz, Belgien und Luxemburg bleibt.
Die wichtigsten Punkte
| Test | Kostenlos und anonym bei den Aids Hilfen der Bundesländer |
|---|---|
| Selbsttests | In Apotheken erhältlich |
| PrEP | Keine Kassenleistung: Medikament und Kontrollen sind selbst zu zahlen |
| PEP | In den Spitalsambulanzen, rund um die Uhr |
| Behandlung | Über die Krankenversicherung gedeckt, Betreuung in Spezialambulanzen |
| Meldepflicht | Anonymisierte Meldung von Aids-Erkrankungen |
| Strafrecht | Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten ist ein eigener Tatbestand |
In der Praxis
- Die Aids Hilfen bieten kostenlose anonyme Tests ohne Termin an bestimmten Tagen.
- Wer die PrEP nutzen will, sollte die Gesamtkosten inklusive Kontrolluntersuchungen kalkulieren.
- Nach einem Risikokontakt in die nächste Spitalsambulanz, nicht in die Ordination warten.
- Die Betreuung erfolgt in Spezialambulanzen: die nächstgelegene vorab klären.
Kosten und Übernahme
Die Therapie ist über die Krankenversicherung gedeckt; die PrEP ist vollständig selbst zu zahlen.
Aktuelle Entwicklungen
Die Forderung nach einer Kostenübernahme der PrEP wird seit Jahren erhoben; bislang bleibt sie Selbstzahlerleistung, während Tests bei den Aids Hilfen kostenlos und anonym sind.
Anlaufstellen
- Aids Hilfen der Bundesländer, anonyme und kostenlose Testung.
- HIV-Spezialambulanzen der Universitätskliniken.
- Aidshilfe Wien und regionale Beratungsstellen.
Gut zu wissen
Die fehlende Erstattung der PrEP ist der auffälligste Unterschied zu den Nachbarländern. Vorsicht bei Bezugsquellen aus dem Internet: Nur Präparate aus zugelassenen Apotheken sind kontrolliert.
Häufige Fragen
Was kostet die PrEP in Österreich?
Das Generikum kostet je nach Bezugsweg etwa zwanzig bis fünfzig Euro im Monat, dazu kommen die vierteljährlichen Kontrollen, die ebenfalls selbst zu zahlen sind. Die Aids Hilfen beraten zu Bezugswegen und bieten teilweise vergünstigte Kontrollen an.
Was bedeutet „nicht nachweisbar gleich nicht übertragbar“?
Dass eine Person unter wirksamer Therapie, deren Viruslast dauerhaft unter der Nachweisgrenze liegt, HIV sexuell nicht überträgt. Das ist durch große Studien belegt und international anerkannt. Voraussetzung sind die regelmäßige Einnahme der Medikamente und die Kontrolle der Viruslast. Für Paare, bei denen eine Person HIV-positiv ist, ändert das alles.
Offizielle Quellen und Links
- Sozialministerium — Empfehlungen und Programme
- Aids Hilfe Wien — kostenlose Tests und Beratung
- oesterreich.gv.at — amtliches Portal für Behördenwege
- Rechtsinformationssystem des Bundes — geltende Rechtsvorschriften
