Die Rechtsgrundlage
Die Schweiz empfahl die Hepatitis-B-Impfung lange erst im Jugendalter, was eine ungeschützte Lücke in der frühen Kindheit liess. Seit 2019 wird sie auch für Säuglinge empfohlen, im Kombinationsimpfstoff. Das Screening in der Schwangerschaft ist vorgesehen, und die Behandlung wird von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung getragen.
Die Schweiz hat die Säuglingsimpfung erst 2019 allgemein empfohlen — davor richtete sich die Empfehlung an Jugendliche zwischen elf und fünfzehn Jahren. Das erklärt eine Lücke bei den mittleren Jahrgängen. Die Impfung wird von der Grundversicherung übernommen, wenn sie nach den Empfehlungen erfolgt.
Die wichtigsten Punkte
| Säuglingsimpfung | Seit 2019 empfohlen, im Kombinationsimpfstoff |
|---|---|
| Jugendliche | Zuvor war die Impfung zwischen 11 und 15 Jahren empfohlen |
| Kostenübernahme | Kostenlos im Rahmen der kantonalen Impfprogramme |
| Schwangerschaft | Bestimmung des HBs-Antigens vorgesehen |
| Neugeborene von Trägerinnen | Impfung und Immunglobulin nach der Geburt |
| Behandlung | Über die Grundversicherung, Franchise und Selbstbehalt bleiben |
| Test | Bei Ärztinnen, in Checkpoints oder im Zentrum für sexuelle Gesundheit |
In der Praxis
- Wer vor 2019 geboren wurde, sollte den Impfausweis prüfen: Die Impfung erfolgte eventuell erst im Jugendalter – oder gar nicht.
- Die vollständige Serologie verlangen, nicht nur einen Marker.
- Haushaltsangehörige einer Trägerin impfen lassen.
- Nach einer Exposition innerhalb von 48 Stunden auf die Notfallstation.
Kosten und Übernahme
Die Impfung ist über die kantonalen Programme kostenlos; die Behandlung fällt unter Franchise und Selbstbehalt.
Aktuelle Entwicklungen
Seit 2019 ist die Hepatitis-B-Impfung für Säuglinge empfohlen und wird von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen; die Nachholimpfung bei Jugendlichen bleibt möglich.
Anlaufstellen
- Kantonale Impfprogramme und Hausarztpraxen.
- Checkpoints und Zentren für sexuelle Gesundheit.
- Hepatologische Sprechstunden der Universitätsspitäler.
Gut zu wissen
Erwachsene, die vor der Ausweitung von 2019 geboren wurden, sind die am schlechtesten geschützte Gruppe. Eine einzige Antikörperbestimmung zeigt, ob eine Impfung nötig ist.
Häufige Fragen
Warum wurde in der Schweiz früher erst im Jugendalter geimpft?
Weil die Strategie lange darauf setzte, kurz vor dem Alter der ersten sexuellen Kontakte zu impfen. Seit 2019 wird die Impfung für Säuglinge empfohlen, was einen früheren und vollständigeren Schutz bringt. Wer dazwischen aufgewachsen ist, sollte den Impfausweis prüfen lassen.
Was bedeutet ein positiver Befund für den Partner?
Der Partner sollte getestet und, wenn er weder geimpft noch immun ist, geimpft werden — die Impfung schützt zuverlässig. Bis der Impfschutz aufgebaut ist, schützen Kondome. Eine chronische Hepatitis B ist kein Grund, eine Beziehung zu beenden: Unter wirksamer Behandlung sinkt die Viruslast stark, und ein geimpfter Partner ist geschützt.
Offizielle Quellen und Links
- Bundesamt für Gesundheit — Empfehlungen und Überwachungsdaten
- Sexuelle Gesundheit Schweiz — Test- und Beratungsstellen
- ch.ch — amtliches Portal von Bund, Kantonen und Gemeinden
- Fedlex — Sammlung des Bundesrechts
