Die Rechtsgrundlage
Die Schweiz hatte lange eine der liberalsten Regelungen Europas. Das Tabakproduktegesetz, in Kraft seit Oktober 2024, legt erstmals bundesweit ein Abgabealter von achtzehn Jahren fest und schränkt die Werbung ein, nachdem die Volksinitiative zum Schutz von Kindern vor Tabakwerbung 2022 angenommen worden war. Beim Alkohol gilt weiterhin die Unterscheidung nach Produkt und teils nach Kanton.
Die Schweiz hatte bis vor Kurzem kein landesweites Mindestalter für Tabak: Es galt kantonales Recht, mit sechzehn Jahren in einigen Kantonen und achtzehn in anderen. Das Bundesgesetz über Tabakprodukte hat das vereinheitlicht. Beim Alkohol bleibt die zweistufige Regel bestehen, und beim Nichtraucherschutz in der Gastronomie ist das kantonale Recht weiterhin strenger oder milder als der Bundesstandard.
Die wichtigsten Punkte
| Tabak | Abgabealter 18, bundesweit seit Oktober 2024 |
|---|---|
| Alkohol | Bier und Wein ab 16, Spirituosen ab 18; kantonale Abweichungen |
| Werbung | Eingeschränkt nach der Volksabstimmung von 2022 |
| Rauchverbot | Bundesweit in geschlossenen öffentlichen Räumen, mit kantonalen Verschärfungen |
| Fumoirs | In mehreren Kantonen unter Auflagen zulässig |
| Entwöhnung | Nationale Rauchstopplinie und kantonale Angebote |
| Nikotinersatz | Nicht von der Grundversicherung übernommen |
| Mindestalter Tabak | Landesweit 18, seit Inkrafttreten des Tabakproduktegesetzes |
| Werbung | Deutliche Einschränkungen nach der Volksabstimmung „Kinder ohne Tabak“ |
In der Praxis
- Die kantonalen Regeln prüfen – sie gehen teils über das Bundesrecht hinaus.
- Die Rauchstopplinie bietet kostenlose Beratung in mehreren Sprachen.
- Nikotinersatz ist frei verkäuflich, aber nicht erstattet: Preise vergleichen.
- Für Alkohol sind die kantonalen Suchtberatungsstellen niederschwellig und kostenlos.
- Das Nichtrauchen in Innenräumen ist bundesrechtlich garantiert; einzelne Kantone gehen darüber hinaus.
- Alkohol am Steuer: 0,5 Promille, 0,1 für Neulenkende, Berufs- und Fahrlehrpersonen.
Kosten und Übernahme
Nikotinersatz wird nicht erstattet; kantonale Beratungsangebote sind kostenlos oder günstig.
Aktuelle Entwicklungen
Mit dem Tabakproduktegesetz gilt erstmals ein landesweites Mindestalter von achtzehn Jahren für Tabak und E-Zigaretten. Die 2022 angenommene Volksinitiative „Kinder ohne Tabak“ verschärft zudem die Werbebeschränkungen dort, wo Kinder und Jugendliche erreicht werden.
Anlaufstellen
- Nationale Rauchstopplinie.
- Kantonale Suchtberatungsstellen.
- Sucht Schweiz für Information und Selbsttests.
Gut zu wissen
Dass Nikotinersatzpräparate nicht erstattet werden, ist ein reales Hindernis: Eine vollständige Therapie kostet so viel wie mehrere Wochen Zigaretten – und an dieser Rechnung scheitert der Versuch häufig.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter bekommt man in der Schweiz Zigaretten?
Ab achtzehn Jahren, im ganzen Land. Das ist neu: Bis zum Inkrafttreten des Tabakproduktegesetzes war das Mindestalter kantonal geregelt und lag teilweise bei sechzehn. Für E-Zigaretten und Nikotinbeutel gilt dieselbe Grenze.
Warum sind die Alkoholregeln in der Schweiz zweistufig?
Das Lebensmittelrecht unterscheidet zwischen vergorenen und gebrannten Getränken: Bier, Wein und Most ab sechzehn, Spirituosen und alles Gebrannte — einschliesslich Alcopops — ab achtzehn. Die Trennung stammt aus dem Alkoholgesetz und wird beim Verkauf durch Testkäufe kontrolliert.
