Was man zusammen macht
Wandern, Radfahren im Talboden, Hüttenabende, Törggelen im Herbst, Skifahren im Winter, Thermen in Meran. Das Vereinsleben — Musikkapelle, Feuerwehr, Schützen — strukturiert die Dörfer und ist ein realer Zugang zu den Leuten.
Die Sprach- und Identitätsfrage
Rund zwei Drittel der Bevölkerung sind deutschsprachig, ein knappes Viertel italienischsprachig, und im Grödner- und Gadertal wird Ladinisch gesprochen, eine eigene Sprache mit eigenen Schulen. Die Geschichte der Region — Abtretung nach dem Ersten Weltkrieg, Italianisierung, Autonomiestatut — ist in Familien präsent. Hören Sie zu, statt einzuordnen: Ob man sich als Südtiroler, Italiener oder Österreicher fühlt, ist eine persönliche Frage, keine Sachfrage. Und beachten Sie: Die Alltagssprache ist ein bairischer Dialekt, nicht Hochdeutsch.
Die Familie kennenlernen
Meist ein Essen auf dem Hof oder in der Stube, reichlich und ohne Eile, mit einem Mitbringsel. Die Umgangsformen sind herzlich, aber die Zurückhaltung gegenüber Neuem ist real, besonders in den Tälern. Wer ein paar Sätze Deutsch und ein paar Italienisch kann, gewinnt sofort.
Was das Paar wirklich belastet
- Der Wohnraum. Der Tourismus treibt die Preise, und in einigen Gemeinden gelten Beschränkungen für Zweitwohnungen und für den Kauf durch Auswärtige.
- Der Zweisprachigkeitsnachweis. Für den öffentlichen Dienst und viele Stellen erforderlich — eine echte Hürde und zugleich der beste Integrationshebel.
- Die Doppelverwaltung. Provinz auf Deutsch, Staat auf Italienisch. Klären Sie bei jedem Schritt, welche Ebene zuständig ist.
Die Geldfrage, ein für alle Mal
Sie zermürbt binationale Paare am stärksten — und weit weniger, wenn sie früh gestellt wird.
- Entscheiden Sie vorab, was Sie tun und was nicht, sagen Sie es klar und bleiben Sie dabei. Eine gleichbleibende Regel ist unendlich viel besser als unregelmäßige Großzügigkeit, die auf der einen Seite Erwartungen und auf der anderen Groll erzeugt.
- Trennen Sie einmalige von wiederkehrender Hilfe. Die zweite ist ein Budgetposten; sie wird zu zweit besprochen, mit Betrag und Dauer.
- Schicken Sie nie Geld über Dritte an die Familie: Das erzeugt Verpflichtungen, die Sie nicht steuern.
- Was Sie einer Person geben, wissen alle. In einer Großfamilie gibt es keine diskrete Überweisung.
Die Familie kennenlernen
Das ist kein weiterer Schritt, das ist der Schritt. Kommen Sie mit etwas — ein bescheidenes, teilbares Geschenk ist besser als ein teures für eine Person. Grüßen Sie zuerst die Ältesten, nehmen Sie an, was man Ihnen anbietet, und lernen Sie drei Sätze der Sprache: Die Wirkung steht in keinem Verhältnis zum Aufwand.
