Was man zusammen macht
Spazieren und Wandern, und zwar ernsthaft; Kaffee und Kuchen am Sonntagnachmittag; Vereine, die einen größeren Teil des sozialen Lebens organisieren, als Zugereiste erwarten; Biergarten und Weinfest im Sommer, Weihnachtsmarkt im Dezember. Ein binationales Paar fällt in den Städten nicht auf.
Die Familie kennenlernen
Sie geschieht später in einer Beziehung als in vielen anderen Ländern und meist als Kaffeetrinken oder Abendessen. Die anfängliche Zurückhaltung ist echt, aber sie ist keine Ablehnung: Nähe entsteht langsam und hält dann lange. Wer die Reserviertheit als Desinteresse liest, irrt sich.
- Pünktlichkeit ist Respekt. Eine Viertelstunde zu spät zu einem privaten Essen ist keine Kleinigkeit, sondern eine spürbare Unhöflichkeit.
- Bringen Sie etwas mit: Blumen, Wein oder eine Spezialität aus Ihrem Land — Letzteres kommt immer am besten an.
- Das Du wird angeboten, nicht genommen. Warten Sie, bis man es Ihnen anträgt, auch wenn es lange dauert.
- Direktheit ist keine Unhöflichkeit. Man sagt, was man denkt, und erwartet dasselbe; Widerspruch bei Tisch ist ein Gespräch, kein Streit.
- Trinkspruch und Blickkontakt: beim Anstoßen sieht man sich in die Augen.
Was das Paar wirklich belastet
Nicht die Kultur, sondern die Behörden. Das Verfahren zur Befreiung vom Ehefähigkeitszeugnis, die Wartezeiten bei Ausländerbehörden und Terminvergaben, die Anforderungen des Familiennachzugs — sie prägen das Leben eines binationalen Paares über Jahre. Sammeln Sie von Anfang an Belege der Beziehung: Flugtickets, Passstempel, Fotos mit Datum, Nachrichtenverläufe, gemeinsame Rechnungen. Danach wird auf jeder Stufe gefragt, manchmal Jahre später.
Die Geldfrage, ein für alle Mal
Sie zermürbt binationale Paare am stärksten — und weit weniger, wenn sie früh gestellt wird.
- Entscheiden Sie vorab, was Sie tun und was nicht, sagen Sie es klar und bleiben Sie dabei. Eine gleichbleibende Regel ist unendlich viel besser als unregelmäßige Großzügigkeit, die auf der einen Seite Erwartungen und auf der anderen Groll erzeugt.
- Trennen Sie einmalige von wiederkehrender Hilfe. Die zweite ist ein Budgetposten; sie wird zu zweit besprochen, mit Betrag und Dauer.
- Schicken Sie nie Geld über Dritte an die Familie: Das erzeugt Verpflichtungen, die Sie nicht steuern.
- Was Sie einer Person geben, wissen alle. In einer Großfamilie gibt es keine diskrete Überweisung.
Die Familie kennenlernen
Das ist kein weiterer Schritt, das ist der Schritt. Kommen Sie mit etwas — ein bescheidenes, teilbares Geschenk ist besser als ein teures für eine Person. Grüßen Sie zuerst die Ältesten, nehmen Sie an, was man Ihnen anbietet, und lernen Sie drei Sätze der Sprache: Die Wirkung steht in keinem Verhältnis zum Aufwand.
