Hochzeitstage

Wie die Jahre heißen — und woher die Namen kommen.

Illustration: Hochzeitstage

Die gebräuchlichsten Jubiläen

JahrName
1Papierhochzeit
2Baumwollhochzeit
3Lederhochzeit
4Seidenhochzeit
5Holzhochzeit
6,5Zinnhochzeit
7Kupferhochzeit
10Rosenhochzeit
12,5Petersilienhochzeit (auch Nickelhochzeit)
15Kristallhochzeit
20Porzellanhochzeit
25Silberhochzeit
30Perlenhochzeit
35Leinenhochzeit
40Rubinhochzeit
50Goldene Hochzeit
60Diamantene Hochzeit
65Eiserne Hochzeit
70Gnadenhochzeit
75Kronjuwelenhochzeit

Die Bezeichnungen sind regional unterschiedlich: Von Land zu Land und von Gegend zu Gegend weichen einzelne Jahre ab, und mancherorts gibt es zusätzliche Namen. Eine verbindliche Liste existiert nicht — die Reihe ist Brauchtum, keine Norm.

Woher die Reihe kommt

Die Logik ist alt und einfach: Je länger die Ehe, desto wertvoller und härter das Material — von Papier über Holz und Silber bis zum Diamanten. Silber- und Goldhochzeit sind seit dem Mittelalter belegt, der Rest der Liste ist überwiegend im 19. und 20. Jahrhundert entstanden, teils unter kräftiger Mitwirkung des Handels.

Bräuche

Verbreitet ist, zur Silber- und Goldhochzeit einen Kranz oder ein Tor zu schmücken. Vielerorts gratulieren Gemeinde, Region oder Staatsoberhaupt ab der Goldenen Hochzeit offiziell — meist nur auf Antrag und mit Nachweis, also rechtzeitig erkundigen. Wer feiert, muss sich an nichts halten — der Jahrestag ist einer der wenigen Anlässe, die ganz dem Paar gehören.

Häufige Fragen

Woher kommen die Namen der Hochzeitstage?

Aus dem mitteleuropäischen Brauchtum des neunzehnten Jahrhunderts, wo zunächst nur Silber- und Goldhochzeit gefeiert wurden. Die vollständige Liste von Papier bis Diamant ist deutlich jünger und wurde im zwanzigsten Jahrhundert ergänzt, nicht zuletzt vom Handel.

Sind die Bezeichnungen überall gleich?

Nein. Silber nach fünfundzwanzig und Gold nach fünfzig Jahren gelten fast überall, doch dazwischen gehen die Listen auseinander: Was im deutschsprachigen Raum als Leinwandhochzeit gilt, heißt anderswo anders. Wer eine Karte schreibt, prüft die im eigenen Land übliche Liste.

Muss man jedes Jahr feiern?

Nichts verpflichtet dazu, und die meisten Paare markieren nur die runden Jahre. Was Langzeitstudien zeigen, ist weniger das Fest als die Regelmäßigkeit: Paare, die sich verlässlich Zeit ohne Alltagsthemen nehmen, berichten über Jahre eine höhere Zufriedenheit — ob mit oder ohne Anlass im Kalender.

Zum Weiterlesen

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