Wie es abläuft
Der augenfälligste Brauch ist das Spalier vor der Kirche: Verein, Betrieb oder Nachbarschaft spannen ein Band, das das Paar gemeinsam durchschneiden muss — häufig gefolgt von einer Aufgabe, die beide zusammen lösen. Verbreitet ist auch der Hochzeitsbaum, der vor dem Haus aufgestellt oder geschmückt wird.
Schweizer Hochzeitsbräuche sind regional und sprachlich geteilt: In der Deutschschweiz dominieren Spalier, Hochzeitsbaum und Polterabend, in der Romandie französisch geprägte Formen, im Tessin italienische. Gemeinsam ist die Zurückhaltung im Umfang — grosse Feiern mit dreihundert Gästen sind selten. Die Ziviltrauung im Standesamt ist oft klein und findet Tage oder Wochen vor dem Fest statt.
Die wichtigsten Punkte
| Zivilstandsamt zuerst | Die zivile Trauung geht jeder kirchlichen zwingend voraus |
|---|---|
| Polterabend | Am Vorabend, mit Porzellan |
| Spalier mit Band | Das Paar schneidet das Band gemeinsam durch |
| Gemeinsame Aufgabe | Baumstammsägen oder Herz aussschneiden, je nach Region |
| Hochzeitsbaum | Vor dem Haus aufgestellt oder geschmückt |
| Sprachregionen | Deutschschweizer und Westschweizer Bräuche unterscheiden sich deutlich |
| Apéro | Oft für einen weiteren Kreis als das Essen |
In der Praxis
- Das Spalier wird vom Umfeld organisiert, nicht vom Paar — rechnen Sie damit.
- Beim Poltern gilt: Porzellan ja, Glas nie.
- Die zivile Trauung muss vor jeder kirchlichen stattfinden, ohne Ausnahme.
- Zwischen Romandie und Deutschschweiz sind die Abläufe verschieden: fragen Sie nach.
Was es kostet
Eine Hochzeit in der Schweiz kostet üblicherweise zwischen zwanzigtausend und fünfzigtausend Franken; Location und Verpflegung machen den größten Teil aus. Die Ziviltrauung selbst kostet je nach Kanton einige hundert Franken.
Aktuelle Entwicklungen
Kleinere Feiern mit weniger Gästen und ein Trend zu Trauungen ausserhalb des Standesamts — in Berghütten, Weingütern oder am See — prägen die Entwicklung; mehrere Kantone haben die Zahl zugelassener Trauorte erweitert.
An wen Sie sich wenden
- Standesamt, für die Eheschließung.
- Pfarramt oder freie Trauredner, für die Zeremonie.
- Gaststätten, Caterer und Musikkapellen vor Ort.
- Familien und Nachbarschaft, für die örtlichen Bräuche.
Gut zu wissen, bevor Sie teilnehmen
Die Bräuche unterscheiden sich stärker nach Region und Familie als nach Land. Die Frage, die vorab wirklich zählt: Wer organisiert was — und wer bezahlt was.
Häufige Fragen
Warum zerschlägt man beim Polterabend kein Glas?
Weil Glas nach der Überlieferung Unglück bringt; zerschlagen wird Porzellan und Steingut. Das Paar kehrt die Scherben gemeinsam auf — das Bild steht für die erste gemeinsame Arbeit. In der Romandie ist der Brauch weniger verbreitet.
Was hat es mit dem Hochzeitsbaum auf sich?
Nachbarn und Freunde stellen vor dem Haus des Paares einen geschmückten Baum auf oder legen einen Baumstamm bereit, den das Paar gemeinsam durchsägen muss. Beides symbolisiert Zusammenarbeit. Der Brauch ist vor allem in ländlichen Gemeinden der Deutschschweiz lebendig.
