Die Rechtsgrundlage
In Österreich übernimmt die Krankenversicherung keine Kosten für Verhütungsmittel. Bezahlt werden lediglich ärztliche Leistungen wie die Beratung oder das Einsetzen einer Spirale, nicht aber das Präparat selbst. Einzelne Gemeinden und Beratungsstellen bieten vergünstigte Angebote.
Österreich ist eines der wenigen westeuropäischen Länder ohne jede Kostenübernahme für Verhütungsmittel — unabhängig von Alter und Einkommen. Für junge Frauen und Menschen mit geringem Einkommen ist das eine reale Hürde, die in der Fachwelt regelmäßig als Ursache für ungewollte Schwangerschaften benannt wird. Beratungsstellen und einzelne Ambulatorien geben Verhütungsmittel verbilligt ab, und mehrere Bundesländer zahlen Zuschüsse.
Die wichtigsten Punkte
| Kostenübernahme | Keine durch die Krankenkassen |
|---|---|
| Jahreskosten | Mehrere hundert Euro für hormonelle Verhütung |
| Pille danach | Rezeptfrei in der Apotheke, Selbstzahlung |
| Minderjährige | Ab 14 Jahren eigenständige Entscheidung bei ausreichender Einsichtsfähigkeit |
| Beratung | Familienberatungsstellen kostenlos und anonym |
| Vergünstigungen | Einzelne Länder und Gemeinden mit Zuschüssen für junge Menschen |
| Keine Kassenleistung | Verhütungsmittel werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht bezahlt |
| Rezeptpflicht | Hormonelle Methoden sind verschreibungspflichtig |
| Regionale Angebote | Einzelne Länder und Städte fördern Verhütung für junge oder einkommensschwache Menschen |
In der Praxis
- Langzeitmethoden prüfen — Spirale und Implantat sind über Jahre gerechnet meist am günstigsten.
- Gegenanzeigen klären: Rauchen über 35, Migräne mit Aura, frühere Thrombosen schließen kombinierte Präparate aus.
- Notfallverhütung zu Hause vorrätig haben; je früher, desto wirksamer.
- Nur Kondome schützen zusätzlich vor sexuell übertragbaren Infektionen.
- Nach regionalen Förderprogrammen fragen – sie sind selten bekannt und nicht zentral veröffentlicht.
- Langzeitmethoden auf die Gesamtkosten über fünf Jahre umrechnen, nicht auf den Anschaffungspreis.
Kosten und Übernahme
Vollständig selbst zu zahlen. Familienberatungsstellen und First Love Ambulanzen bieten kostenlose Beratung und teils günstigere Präparate.
Aktuelle Entwicklungen
Die Forderung nach einer Kostenübernahme wird seit Jahren erhoben; bislang bleibt es bei regionalen Zuschüssen und den verbilligten Angeboten von Beratungsstellen und Ambulatorien.
Anlaufstellen
- Familienberatungsstellen, bundesweit und kostenlos.
- First Love Ambulanzen für Jugendliche.
- Gynäkologische Ordinationen und Ambulatorien.
- Jugendberatungsstellen und First Love Ambulanzen in Spitälern.
Gut zu wissen
Rechnen Sie über zehn Jahre: Eine Spirale ist trotz höherer Einmalkosten oft zwei- bis dreimal günstiger als eine monatlich bezahlte Pille. Weil Verhütung vollständig selbst zu zahlen ist, sind die Kosten der häufigste Grund für Abbrüche der Anwendung. Eine Langzeitmethode ist auf Dauer fast immer günstiger.
Häufige Fragen
Was kostet Verhütung in Österreich?
Die Pille etwa zehn bis zwanzig Euro im Monat, eine Spirale zwischen dreihundert und fünfhundert Euro einschließlich Einlage für mehrere Jahre. Nichts davon wird von der Krankenkasse übernommen. Rechnen Sie die Spirale auf die Jahre um — pro Jahr ist sie oft günstiger als die Pille.
Wie schnell muss die Notfallverhütung eingenommen werden?
So früh wie möglich. Levonorgestrel wirkt bis zu zweiundsiebzig Stunden nach dem Verkehr, Ulipristalacetat bis zu hundertzwanzig Stunden, beide mit abnehmender Wirksamkeit. Am zuverlässigsten ist die Kupferspirale, innerhalb von fünf Tagen eingesetzt. Die Notfallverhütung ist kein Schwangerschaftsabbruch und wirkt nicht mehr, wenn der Eisprung bereits stattgefunden hat.
Offizielle Quellen und Links
- oesterreich.gv.at — amtliches Portal für Behördenwege
- Rechtsinformationssystem des Bundes — geltende Rechtsvorschriften
