Einvernehmen und Schutzalter — Schweiz

Schutzalter 16 mit Drei-Jahres-Regel, und seit 2024 die Widerspruchslösung im Sexualstrafrecht.

Übersichtskarte — Schweiz — Einvernehmen und Schutzalter
Schweiz. Vereinfachte Übersichtskarte — Natural-Earth-Daten, gemeinfrei.

Die Rechtsgrundlage

Artikel 187 StGB schützt Personen unter 16 Jahren; straflos bleibt, wer weniger als drei Jahre älter ist. Die Revision des Sexualstrafrechts, in Kraft seit 2024, hat die Widerspruchslösung — „Nein heißt Nein“ — eingeführt und den Schockzustand ausdrücklich berücksichtigt. Der Vergewaltigungstatbestand wurde auf alle Geschlechter und alle Formen ausgedehnt.

Die Schweiz hat ihr Sexualstrafrecht 2024 grundlegend revidiert und die Widerspruchslösung eingeführt: Strafbar ist, wer sich über einen in Worten oder Verhalten geäußerten entgegenstehenden Willen hinwegsetzt — der sogenannte Freeze-Zustand, also die Erstarrung aus Angst, ist ausdrücklich erfasst. Das Schutzalter liegt bei sechzehn Jahren, mit einer Drei-Jahres-Regel für nahe beieinanderliegende Altersstufen.

Die wichtigsten Punkte

Schutzalter16 Jahre
Drei-Jahres-RegelStraflosigkeit bei einem Altersunterschied von weniger als drei Jahren
ModellWiderspruchslösung seit 2024, mit Berücksichtigung des Erstarrens
VergewaltigungGeschlechtsneutral und auf alle sexuellen Handlungen erweitert
AbhängigkeitBesonderer Schutz bis 18 bei Abhängigkeitsverhältnissen
VerjährungUnverjährbarkeit bei schweren Taten an Kindern unter 12
OpferhilfeKostenlose Beratung nach dem Opferhilfegesetz, unabhängig von einer Anzeige
Reform 2024Das Sexualstrafrecht wurde auf die Nein-heißt-Nein-Lösung mit Schockstarre-Klausel umgestellt
Frist OpferhilfeFür Entschädigung gelten eigene, kurze Fristen

In der Praxis

Kosten und Übernahme

Anzeige und Opferhilfe sind kostenlos, einschliesslich der ersten anwaltlichen Beratung und der Soforthilfe. Die Opferhilfe ist nicht an eine Anzeige gebunden.

Aktuelle Entwicklungen

Die Revision des Sexualstrafrechts ist 2024 in Kraft getreten und hat die Widerspruchslösung, eine geschlechtsneutrale Fassung der Tatbestände und einen eigenen Tatbestand für das unbefugte Weiterleiten intimer Aufnahmen gebracht.

Anlaufstellen

Gut zu wissen

Die Opferhilfe ist ein Rechtsanspruch: Sie umfasst Beratung, Anwaltskosten und Therapie und steht auch dann zu, wenn die Täterschaft nie ermittelt wird. Die Revision des Sexualstrafrechts gilt für Taten nach ihrem Inkrafttreten. Für frühere Taten ist das alte Recht maßgeblich – bringen Sie das Datum zur Beratung mit.

Häufige Fragen

Was hat sich 2024 im Schweizer Sexualstrafrecht geändert?

Die Einführung der Widerspruchslösung: Entscheidend ist der entgegenstehende Wille, nicht mehr Gewalt oder Nötigung. Der Tatbestand der Vergewaltigung wurde zudem geschlechtsneutral gefasst, und die Erstarrung aus Angst ist ausdrücklich als Ausdruck fehlender Zustimmung anerkannt.

Wie zeigt man eine Sexualstraftat an?

Bei jeder Polizeidienststelle, ohne Frist bei den schweren Delikten. Suchen Sie möglichst bald eine Klinik auf, die Spuren auch ohne Anzeige sichern und für Sie aufbewahren kann — das hält die Entscheidung offen. Nehmen Sie eine Vertrauensperson mit und lassen Sie sich von einer Opferberatungsstelle begleiten; deren Unterstützung ist kostenlos und unabhängig vom Verfahren.

Offizielle Quellen und Links

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