Meinungsfreiheit und Hass im Netz — Luxemburg

Ehrverletzungen im Code pénal, verschärfte Regeln gegen Belästigung und der DSA für Plattformen.

Übersichtskarte — Luxemburg — Meinungsfreiheit und Hass im Netz
Luxemburg. Vereinfachte Übersichtskarte — Natural-Earth-Daten, gemeinfrei.

Die Rechtsgrundlage

Der Code pénal stellt Verleumdung, üble Nachrede und Beleidigung unter Strafe, ebenso die obsessive Belästigung, einschließlich auf elektronischem Weg. Die Meinungsfreiheit ist verfassungsrechtlich und durch die EMRK geschützt, die unmittelbar anwendbar ist.

Ehrverletzungen sind im Code pénal geregelt, ergänzt durch verschärfte Bestimmungen gegen Belästigung, die auch wiederholte Angriffe im Netz erfassen. Weil Luxemburg Sitz mehrerer großer Plattformen ist, spielt die nationale Aufsicht im Rahmen des Digital Services Act eine überregionale Rolle — Beschwerden aus ganz Europa laufen teilweise hier zusammen.

Als Mitgliedstaat der Europäischen Union unterliegen die hier tätigen Plattformen der Verordnung (EU) 2022/2065: Meldung, Begründung und Beschwerde sind europäisch geregelt, die Definition des Rechtswidrigen bleibt nationales Recht.

Die wichtigsten Punkte

Verleumdung und üble NachredeIm Code pénal geregelt
BeleidigungEigener Tatbestand
Obsessive BelästigungStrafbar, auch elektronisch
Intime AufnahmenVerbreitung ohne Einwilligung strafbar
PlattformenDSA seit 2024 unmittelbar anwendbar; Luxemburg ist Sitzland mehrerer Anbieter
PresseEigenes Pressegesetz mit Gegendarstellungsrecht
PressegesetzEigene Regeln für Medien, mit Recht auf Gegendarstellung
PresseratKostenloses Beschwerdeverfahren gegen Medien
BEE SECURENationale Meldestelle für problematische Onlineinhalte

In der Praxis

Kosten und Übernahme

Strafanzeige und Beschwerde bei der Aufsicht sind kostenlos. Zivilverfahren verursachen Anwalts- und Gerichtskosten; bei geringem Einkommen greift die assistance judiciaire.

Aktuelle Entwicklungen

Die Bestimmungen gegen Belästigung sind verschärft worden und erfassen ausdrücklich wiederholte Angriffe über elektronische Kommunikationsmittel; der Digital Services Act gilt seit 2024 vollständig.

Anlaufstellen

Gut zu wissen

Hat die Plattform ihren europäischen Sitz in Luxemburg, ist der Weg über die luxemburgischen Behörden oft der direkteste — auch für Betroffene aus anderen Ländern. Die Frist für eine Gegendarstellung im Pressegesetz ist sehr kurz. Verlangen Sie sie sofort und schriftlich, unabhängig von weiteren rechtlichen Schritten.

Häufige Fragen

Welche Rolle spielt Luxemburg beim Digital Services Act?

Als Sitzstaat mehrerer großer Plattformen ist die luxemburgische Medienaufsicht Koordinator für digitale Dienste und damit für Beschwerden gegen diese Anbieter zuständig. Für Betroffene aus dem Ausland ist das ein zusätzlicher Weg, wenn eine Plattform nicht reagiert.

Wie geht man gegen eine beleidigende Äußerung im Netz vor?

Beweise sichern — Bildschirmfoto mit URL, Datum und Nutzername —, dann den Inhalt bei der Plattform melden; seit dem Digital Services Act müssen Plattformen Meldungen zügig bearbeiten und die Entscheidung begründen. Parallel die Person schriftlich zur Unterlassung auffordern. Eine Strafanzeige ist möglich, aber an Fristen gebunden, und zivilrechtliche Unterlassung wirkt oft schneller.

Offizielle Quellen und Links

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