Was man zusammen macht
Wandern und Skifahren strukturieren das Jahr, und beides ist eher Alltag als Sport. Dazu das Kaffeehaus, in dem man Stunden mit einer Melange verbringt, ohne dass jemand drängt; Heurige und Buschenschanken im Herbst; Bälle im Winter, die auch außerhalb Wiens stattfinden. Ein binationales Paar fällt in den Städten nicht auf, am Land eher.
Die Form zählt hier mehr
Österreich ist formeller als Deutschland, und Besucher unterschätzen das. Akademische und berufliche Titel werden in der Anrede verwendet — Magister, Doktor, Ingenieur — und das Weglassen wirkt nachlässig. Das Sie hält länger, Begrüßungsformeln sind ausführlicher, und „Grüß Gott“ ist in weiten Teilen des Landes die normale Anrede, nicht eine religiöse Aussage.
Die Familie kennenlernen
- Pünktlich sein, und mit Blumen oder einer Mehlspeise kommen.
- Das Essen dauert und wird nachgelegt; ein Nachschlag ist ein Kompliment.
- Die Region bestimmt vieles. Wien, Tirol und die Steiermark unterscheiden sich in Mentalität und Dialekt erheblich — die Frage lautet nie „wie ist das in Österreich“, sondern „wie ist das bei euch“.
- Verwechseln Sie Österreich nicht mit Deutschland. Es ist die verlässlichste Art, einen Abend schlecht zu beginnen.
- Lernen Sie ein paar Wörter Dialekt. Der Effekt ist groß und der Aufwand gering.
Was das Paar wirklich belastet
Die Quote beim Familiennachzug und der Sprachnachweis vor der Einreise sind die beiden konkreten Hürden, und beide liegen zeitlich vor allem anderen. Planen Sie den Deutschkurs im Herkunftsland ein, prüfen Sie, welches Zertifikat anerkannt wird, und sammeln Sie von Anfang an Belege der Beziehung.
Die Geldfrage, ein für alle Mal
Sie zermürbt binationale Paare am stärksten — und weit weniger, wenn sie früh gestellt wird.
- Entscheiden Sie vorab, was Sie tun und was nicht, sagen Sie es klar und bleiben Sie dabei. Eine gleichbleibende Regel ist unendlich viel besser als unregelmäßige Großzügigkeit, die auf der einen Seite Erwartungen und auf der anderen Groll erzeugt.
- Trennen Sie einmalige von wiederkehrender Hilfe. Die zweite ist ein Budgetposten; sie wird zu zweit besprochen, mit Betrag und Dauer.
- Schicken Sie nie Geld über Dritte an die Familie: Das erzeugt Verpflichtungen, die Sie nicht steuern.
- Was Sie einer Person geben, wissen alle. In einer Großfamilie gibt es keine diskrete Überweisung.
Die Familie kennenlernen
Das ist kein weiterer Schritt, das ist der Schritt. Kommen Sie mit etwas — ein bescheidenes, teilbares Geschenk ist besser als ein teures für eine Person. Grüßen Sie zuerst die Ältesten, nehmen Sie an, was man Ihnen anbietet, und lernen Sie drei Sätze der Sprache: Die Wirkung steht in keinem Verhältnis zum Aufwand.
