Wie es abläuft
Zwei Bräuche fallen auf. Das Brautstehlen: Freunde entführen die Braut in ein Wirtshaus, der Bräutigam muss sie suchen und die Zeche zahlen. Und das Kranzlabnehmen um Mitternacht, bei dem der Braut Schleier oder Kranz abgenommen wird — der Übergang vom Mädchen zur Ehefrau, heute meist als Tanz inszeniert.
Österreichische Hochzeiten folgen in vielen Regionen noch einer festen Dramaturgie, die ein Hochzeitslader oder Zeremonienmeister führt. Das Brautstehlen mitten im Fest und das Kranzlabnehmen um Mitternacht sind die beiden Höhepunkte. Wer als Gast aus dem Ausland kommt, sollte auf eine lange Nacht eingestellt sein — in ländlichen Gegenden endet eine Hochzeit selten vor dem Morgen.
Die wichtigsten Punkte
| Standesamt zuerst | Die standesamtliche Trauung ist die rechtlich maßgebliche |
|---|---|
| Polterabend | Am Vorabend, mit Porzellan |
| Brautstehlen | Die Braut wird entführt; der Bräutigam löst sie aus |
| Kranzlabnehmen | Um Mitternacht, mit Tanz |
| Hochzeitslader | In manchen Regionen lädt er die Gäste persönlich ein |
| Ehrentanz | Eröffnet den Abend |
| Musikkapelle | Begleitet den Kirchgang in ländlichen Gemeinden |
In der Praxis
- Beim Brautstehlen zahlt der Bräutigam die Zeche — das gehört zum Spiel.
- Das Kranzlabnehmen ist der emotionale Höhepunkt des Abends; planen Sie es ein.
- Die Musikkapelle wird frühzeitig angefragt, besonders im Sommer.
- Geldgeschenke sind üblich, oft kunstvoll verpackt.
Was es kostet
Eine Hochzeit in Österreich kostet je nach Gästezahl üblicherweise zwischen zehntausend und dreißigtausend Euro. Hochzeitslader, Musikkapelle und Trachtenkleidung kommen in ländlichen Regionen als eigene Posten hinzu.
Aktuelle Entwicklungen
Freie Trauungen in Weingärten, auf Almen und in Schlössern haben deutlich zugenommen; die traditionellen Bräuche werden dabei häufig in verkürzter Form übernommen, das Kranzlabnehmen bleibt aber fast überall erhalten.
An wen Sie sich wenden
- Standesamt, für die Eheschließung.
- Pfarramt oder freie Trauredner, für die Zeremonie.
- Gaststätten, Caterer und Musikkapellen vor Ort.
- Familien und Nachbarschaft, für die örtlichen Bräuche.
Gut zu wissen, bevor Sie teilnehmen
Die Bräuche unterscheiden sich stärker nach Region und Familie als nach Land. Die Frage, die vorab wirklich zählt: Wer organisiert was — und wer bezahlt was.
Häufige Fragen
Was ist das Brautstehlen?
Freunde entführen die Braut in ein nahes Lokal; der Bräutigam muss sie suchen und die inzwischen angefallene Zeche bezahlen. Das Spiel ist verbreitet, wird aber nicht überall gepflegt — sprechen Sie vorher ab, ob Sie es wollen, besonders wenn Gäste aus dem Ausland kommen und die Regeln nicht kennen.
Was bedeutet das Kranzlabnehmen?
Um Mitternacht wird der Braut der Kranz oder Schleier abgenommen, begleitet von Musik und einem Tanz; es markiert symbolisch den Übergang in den neuen Lebensabschnitt. Anschließend folgt oft das Werfen des Brautstraußes.
Offizielle Quellen und Links
- oesterreich.gv.at — amtliches Portal für Behördenwege
- Rechtsinformationssystem des Bundes — geltende Rechtsvorschriften
